Raiffeisenbank Untergäu
Genossenschafter nehmen Rendite-Abstrich in Kauf

Ohne Murren akzeptierten die Genossenschafter der Raiffeisenbank Untergäu die Halbierung der Verzinsung ihrer Anteilscheine.

Markus Angst
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Mit der Raiffeisenbank Untergäu erfolgreich auf Kurs (von links): VR Rolf Schneider, VR Peter Büttiker, VR-Präsident Viktor Müller, VR Silvia Müller, VR Philipp Nellen, Bankleitungsvorsitzender Roland Bannwart und GV-Conférencier «Mige» Stalder. Auf dem Bild fehlen die beiden Verwaltungsräte Rafael Spiegel und Markus Kamber.

Mit der Raiffeisenbank Untergäu erfolgreich auf Kurs (von links): VR Rolf Schneider, VR Peter Büttiker, VR-Präsident Viktor Müller, VR Silvia Müller, VR Philipp Nellen, Bankleitungsvorsitzender Roland Bannwart und GV-Conférencier «Mige» Stalder. Auf dem Bild fehlen die beiden Verwaltungsräte Rafael Spiegel und Markus Kamber.

Markus Angst

Dass an einer Raiffeisen-GV die Stimmenzähler auch tatsächlich zum Einsatz kommen, ist ziemlich selten. In der vollen Raiffeisen-Arena in Hägendorf war dies ausnahmsweise der Fall. Angesichts der aktuellen Zinssituation hatte der Verwaltungsrat der Raiffeisenbank Untergäu zwecks Stärkung der Eigenmittel nämlich beantragt, die Genossenschafts-Anteilscheine inskünftig mit 3 statt 6 Prozent zu verzinsen.

«Damit liegen wir immer noch über dem von Raiffeisen Schweiz empfohlenen Richtwert von 1,75 bis 2,5 Prozent», warb Verwaltungsratspräsident Viktor Müller für die Anpassung. «Zudem geniessen Sie als Genossenschafter zahlreiche Vorteile wie die Teilnahme an der GV, die Tessin-Aktion im laufenden Jahr oder bessere Konditionen dank unserem Mitgliedersparkonto. Ich finde deshalb, 3 Prozent sind für Sie weiterhin eine gute Rendite.»

Klares Ja zu tieferer Verzinsung

Das sah auch eine überwiegende Mehrheit der Versammlung so. Nach einem einzigen (für den Antrag Verständnis aufbringenden) Votum stimmten 955 von 1007 anwesenden Genossenschafter dem Antrag zu.

Dass 95 Prozent der Mitglieder ja sagten, hatte zweifellos viel damit zu tun, dass – so Viktor Müller – «unsere Bank auf gutem Kurs ist. Und wir können, auch wenn wir in die drittgrösste Bankengruppe der Schweiz eingebunden sind, diesen Kurs über weite Strecken selber bestimmen. Wir sind in unserem Geschäftskreis verwurzelt, wir kennen unsere Kunden, wir wollen ihre Nähe spüren, und wir bieten ihnen ein vollumfängliches Gesamtpaket an Bankdienstleistungen», betonte der Verwaltungsratspräsident, der die letztjährige GV aus gesundheitlichen Gründen verpasst hatte und sich sichtlich gerührt für seine damalige Wiederwahl bedankte.

Sinkende Zinsmarge kompensiert

Viel zur guten Laune im Saal trugen auch die von Roland Bannwart im Small Talk mit dem wiederum als GV-Conférencier wirkenden «Mige» Stalder erläuterten erfreulichen Zahlen des vergangenen Geschäftsjahrs (siehe Tabelle unten) bei.

«2016 war zwar wie erwartet ein schwieriges Jahr, und auch 2017 wird es nicht einfacher», so der Vorsitzende der Bankleitung. «Aber wir haben die sinkenden Zinsmargen – diese sind in den letzten vier Jahren um knapp 20 Prozent gesunken – zum grossen Teil mit Wachstum wettgemacht.» Besonders erfreut zeigte sich Roland Bannwart über die markante Zunahme der Kundengelder, die der Bank vor allem im zweiten Semester 2016 in grossem Stil zugeflossen sind.

Der geschäftliche Teil der zum zweiten Mal in der Hägendörfer Raiffeisen-Arena stattfindenden Generalversammlung ging in weniger als einer Stunde über die Bühne. Unter dem Motto «Tessin» mit dem dazu passenden Menü erlebten die Genossenschafter danach einen vergnüglichen Abend.

Für die Stärkung der Lachmuskeln sorgte der mit grossem Applaus bedachte Showblock mit dem einheimischen Entertainer Cornel Fuchs als Prof. dott. Volpino, Dis(m)aster of Finanze, der Swiss-Beatbox-Legende Nino G. und dem Artisten Romano Carrara. Dabei stellte auch Multitalent «Mige» Stalder seine schauspielerischen Qualitäten unter Beweis.