Kappel

Gemeindeversammlung segnet Rechnung ab – Postulat für Fahrverbot überwiesen

Ein Postulat fordert ein ganztägiges Fahrverbot auf der Zufahrtstrasse zur Schanze.

Ein Postulat fordert ein ganztägiges Fahrverbot auf der Zufahrtstrasse zur Schanze.

Die Gemeindeversammlung von Kappel segnete die Jahresrechnung 2019 ab und überwies das Postulat «Steinplatte» an die Exekutive.

An der ordentlichen Gemeindeversammlung der Einwohnergemeinde Kappel vom Donnerstag stimmten die 53 anwesenden Stimmberechtigten sämtlichen Geschäften diskussionslos zu. Neben den Traktanden im Zusammenhang mit der Jahresrechnung 2019 stand mit dem Postulat «Steinplatte» ein einziges Sachgeschäft zur Debatte.

Mit einem Postulat «Steinplatte» forderte Conrad Vögeli «weitere Beschränkung des Verkehrs hoch zur Schanze, welcher durch Nicht-Ortsansässige verursacht wird». Er hatte den Vorstoss bereits am 28. April 2020 eingereicht. Conrad Vögeli ist Kappeler Bürgerrat und Vorsteher des Ressorts Wald. Er reichte das Postulat als Privatperson ein; das Anliegen wurde jedoch im Bürgerrat diskutiert und einstimmig unterstützt, wie er auf Nachfrage erklärte. Aktuell besteht auf der Bornstrasse ein allgemeines Fahrverbot von abends 18 Uhr bis 6 Uhr morgens.

Vögeli begründete vor dem Plenum sein Anliegen. Die Nutzung des Kappeler Naherholungsgebietes Born nehme stetig zu, mit unschönen Begleiterscheinungen wie dem Littering. An schönen Wochenenden seien Spielwiese und Grillstellen völlig überlaufen, hiezu fahren täglich bis 200 Motorfahrzeuge hoch und überstellen die Schanze, stellte Vögeli fest. Die Anreise an die Natur mit dem Auto sei bequem und werde rege benutzt, auch von Personen, die keinen Bezug zum Dorf Kappel haben. «Dies sehe ich als Hauptursache für die übermässige Nutzung und der daraus resultierenden Probleme», führte Vögeli an. Deshalb forderte er ein ganztägiges Fahrverbot auf der Zufahrtstrasse, ausgenommen für Ortsansässige.

Gemeindepräsident Rainer Schmidlin, brachte dagegen vor, der Gemeinderat erachte eine Ungleichbehandlung der Schanze-Benutzer als problematisch. Zudem habe er Bedenken wegen des administrativen Aufwandes für die Ausstellung der Bewilligungen und der Kontrolle. Der Gemeinderat beantragte deshalb, das Postulat als nicht erheblich zu erklären. Bei der Gelegenheit zur Diskussion ergriff niemand das Wort. In der Abstimmung lehnte die Gemeindeversammlung den Antrag des Gemeinderates mit grossem Mehr ab. Damit ist das Postulat überwiesen und die Exekutive aufgefordert, entsprechende Massnahmen anzupacken.

Rechnung um 740'000 Franken besser als Budget

Mehr Platz beanspruchte die Abnahme der Jahresrechnung 2019. Mit einem Gesamtertrag von 14,1 Mio. Franken resultiert ein Überschuss von Fr. 921‘801. Damit schliesst sie Fr. 740‘676 besser ab als budgetiert. Zum guten Ergebnis trugen vor allem die höheren Steuererträge bei. Der Rechnungsposten  natürliche Personen zeigt genau 10,0 Mio. Franken, das heisst, 0,4 Mio. mehr als geplant. Die juristischen Personen trugen 0,18 Mio. Franken an die Gemeindefinanzen bei.  Die Dorfvereine dürfen sich freuen, dass die Schulküche und der Geräteraum der Mehrzweckhalle auf dem neusten Stand und die Kosten dafür erst noch knapp geringer als budgetiert ausfielen.

Auf der Ausgabenseite der Kappeler Erfolgsrechnung schlugen geringere Kosten für die Bildung und die soziale Sicherheit zu Buche. «Die Zahlen zeigen, dass Kappel sich finanzpolitisch auf den richtigen Weg befindet», lautete das Fazit von Finanzverwalter Benjamin von Däniken, der die Rechnungen präsentierte. Die Versammlung hiess sämtliche Rechnungen und Nachtragskredite ohne Diskussion grossmehrheitlich gut.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1