Wangen
Gemeindeversammlung behandelt Ertragsüberschuss und Verpflichtungskredit für Schulhaus

Einen Ertragsüberschuss von knapp 1,8 Mio. Franken und ein Verpflichtungskredit zum neuen Schulhaus: Dies sind die Themen der nächsten Gemeindeversammlung in Wangen.

Beat Wildi
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Die Gemeinde Wangen (im Bild das Verwaltungsgebäude) erfreut sich einem unerwartet hohen Ertragsüberschuss.

Die Gemeinde Wangen (im Bild das Verwaltungsgebäude) erfreut sich einem unerwartet hohen Ertragsüberschuss.

Bruno Kissling

Nach den guten Abschlüssen der Jahresrechnungen 2014 und 2015 schliesst auch die Rechnung 2016 mit einem Ertragsüberschuss von rund 1,780 Mio. Franken sehr gut ab. Budgetiert war ein solcher von 210 000 Franken. Für 2016 waren Investitionen von netto 2 131 000 Franken geplant, effektiv wurden über die Investitionsrechnung 1 923 000 Franken verbucht. Das erfreuliche Ergebnis ermöglicht es, zusätzliche Abschreibungen von 547 000 Franken zu tätigen, was die Rechnungen der nächsten neun Jahre um 46 000 Franken entlasten wird.

Erfolgsrechnung 2016

Die Verbesserung der Erfolgsrechnung von 1 570 000 Franken gegenüber dem Budget stammt in erster Linie aus Fiskal-, Finanz- und Transferertrag. Ferner wurde in allen Ressorts Kostendisziplin praktiziert. Der gute Abschluss der Erfolgsrechnung hat dazu geführt, dass ein Selbstfinanzierungsgrad von 176 Prozent realisiert werden konnte und die Rechnung 2016 einen Finanzierungsüberschuss von 1 465 000 Franken ausweist. Die Belastung der Bilanz der Gemeinde Wangen per 31. Dezember 2016 mit verzinslichen Schulden (Darlehen) konnte auf 9 Mio. Franken gesenkt werden.

Wie eingangs erwähnt waren die Rechnungsergebnisse der letzten drei Jahre positiv. Die Gründe dafür lagen hauptsächlich beim Fiskalertrag. Dieser lag in den Jahren 2014 bis 2016 jeweils deutlich über den Budgetwerten. Folglich verbesserte sich die Nettoschuld pro Einwohner von 1457 Franken im Jahre 2014 auf 403 Franken im Jahre 2016.
Die heutige finanzielle Situation der Einwohnergemeinde Wangen kann als gesund und solide bezeichnet, die Entwicklung der Steuereinnahmen als nachhaltig angesehen werden. Das haushälterische Finanzgebaren sowie die vorausschauende Finanzpolitik der letzten Jahre haben sich somit im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt gemacht.

Im Investitionsprogramm 2017/2022 sind Nettoinvestitionen von rund 16,2 Mio. Franken vorgesehen. Für die Einwohnergemeinde ist es wichtig, die Infrastruktur zu erhalten und – wo notwendig – auch auszubauen. Mit dem nachhaltigen Fiskalertrag lassen sich die künftigen Investitionsvorhaben finanzieren und gleichzeitig die Verschuldung auf einem vertretbaren Niveau halten.

Erweiterung Schulhaus Alp

Der Gemeinderat hat an seiner Sitzung vom 12. Dezember 2016 einem Nachtragskredit in Höhe von 32 000 Franken für die Durchführung eines Studienwettbewerbs im selektiven Verfahren mit drei ausgewählten Architekturbüros, wie von der eingesetzten Arbeitsgruppe vorgeschlagen, zugestimmt. Gleichzeitig hat der Rat beschlossen, dass vorausschauend 4 650 000 Franken für den Neubau des Alpkindergartens in den Finanzplan aufgenommen werden.

Basis dieser Vorkehrungen bilden die prognostizierten Schülerzahlen anhand der zu erwartenden Bautätigkeit sowie der vom Gemeinderat im November 2016 genehmigten Pensenplanung. Bis 2022 darf mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von einer Neuerstellung von 322 Wohneinheiten ausgegangen werden. Hiervon entstehen nach bisherigem Kenntnisstand ca. 20 Wohneinheiten im Stockwerkeigentum. Hinzu kommen mindestens 11 neue Einfamilienhäuser (EFH) an der Bornstrasse sowie an der Hasenweid Nord. Auch im Schanzenweg sind derzeit 3 EFH im Bau. Bei den Projekten, die noch als sehr unsicher einzustufen sind, würden noch mal 164 Wohneinheiten dazukommen.

Es ist somit von einer baulichen Entwicklung in Wangen auszugehen, die in den nächsten 6 Jahren mindestens 300 neue Wohneinheiten und im äussersten Fall in den nächsten 10 Jahren bis zu 500 neue Wohneinheiten generiert.

Wie der Wohnungsmarkt die immense Anzahl von Wohnung absorbiert, lässt sich nur schwer abschätzen. Fakt ist, dass Wangen eine äusserst niedrige Leerstandquote aufweist. Nach dem Entscheid der Arbeitsgruppe, einen in einer Etappe zu realisierenden Neubau (Bauzeit 2018 bis 2019 / Bezug im August 2019) weiterzuverfolgen, wurden Finanzierbarkeit und Höhe des Verpflichtungskredits diskutiert.

Daneben wurden auf Verlangen der Finanzkommission die zu erwartenden Kosten für den baulichen und betrieblichen Unterhalt ermittelt. Für den baulichen Unterhalt sind gemäss den einschlägigen Empfehlungen ein Prozent des Gebäudeversicherungswertes anzusetzen, somit ca. 27 000 Franken. Jedoch wird in den ersten zehn Jahren dieser Wert deutlich niedriger ausfallen. Für den betrieblichen Unterhalt sind unter Berücksichtigung der Personalkosten für Unterhaltsreinigung, Grundreinigung, Hauswartdienst und Haustechnik sowie der übrigen Kosten (Heizung, Strom, Wasser, Versicherung, etc.) insgesamt 37 600 Franken pro Jahr zu veranschlagen.

Der Gemeinderat hat die drei eingereichten Projekte bewertet. Er kam mit der Arbeitsgruppe zum Schluss, ein Büro mit der Weiterbearbeitung zum Ausbau des Schulstandortes Alp zu beauftragen.

Verpflichtungskredit über 4,2 Mio.

Der Rat beantragt einstimmig der kommenden Rechnungsgemeindeversammlung, für den Ausbau des Schulstandortes Alp unter Berücksichtigung sämtlicher Risiken und Kostenungenauigkeiten einen Verpflichtungskredit in Höhe von 4 200 000 Franken zu bewilligen. Wenn die Gemeindeversammlung dem Kredit zustimmt, findet eine abschliessende Abstimmung an der Urne statt. Die Aufteilung des Kredits auf die Jahre 2017, 2018 und 2019 erfolgt nach Bedarf.