Die Swisscom treibt derzeit schweizweit den Netzausbau voran. Während Städte wie Zürich und St. Gallen den Umbruch in Eigenregie orchestrieren, vertraut Olten auf den Telekommunikations-Giganten. Olten jetzt!-Politiker Oetiker hätte gerne eine initiativere Stadtregierung gesehen.

Bringt der Netzausbau der Swisscom der Stadt einen Mehrwert?

Dem Durchschnitts-Oltner bringt er im Moment gar nichts. Denn die UPC Cablecom bietet auf ihrem Netz bereits jetzt Verbindungen von 500 Megabit pro Sekunde (Download) an. So gesehen werden nur die Dienstleistungen der Swisscomkunden aufgewertet. Das Swisscomnetz ist ein reguliertes Monopol, das nach Vorschrift des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) zu entsprechenden Konditionen auch für andere Provider verfügbar ist. Im Sinne der Vielfalt bringt der Ausbau der Swisscom einen gewissen Fortschritt.

Hätten die Stadt respektive die städtischen Betriebe a.en eine andere Rolle wahrnehmen sollen?

Natürlich. Es ist müssig, uns jetzt noch über die Vergangenheit aufzuregen. Was ich stossend finde: Die Stadt setzt nach wie vor keine Fragezeichen hinter die Strategie, nur für die Versorgung mit Strom, Wasser und Gas zuständig zu sein. Es gibt Oltner, die schnelles Internet als Grundbedürfnis sehen.

Planen Sie als Gemeinderat einen Vorstoss zu dieser Thematik?

Ja. Was könnte die Stadt tun, damit jene, die in Olten auf leistungsfähigere Bandbreiten angewiesen sind, Zugang dazu haben? Vielleicht kann die Stadt einen Deal mit der Swisscom aushandeln. Bessere Anschlüsse sollten preiswert einzurichten sein.

Sie hätten sich für Ihr Unternehmen 1000 Megabit/s gewünscht.

Die Aussage der Stadtregierung, der derzeit laufende Glasfaserausbau in Olten bringe Standortvorteile, ist falsch. Start-up-Unternehmen in Zürich, Bern und Basel leben heute in einer Welt, in der ein Gigabit symmetrisch (Download/Upload) bereits Standard ist. Was mich stört, ist, dass die Stadt sich mit den Aussagen der Swisscom abspeisen lässt. Die grosse Hoffnung des Swisscom-Ausbaus ruht für mich darauf: Wegen des dichteren Netzes von Anschlusspunkten könnte es für Unternehmen in Zukunft günstiger werden, einen Glasfasernetz-Anschluss zu erhalten.