Immerhin: Eine gute Dreiviertelstunde nahm die Beratung um den Kauf des Gemeindesaals in der entstehenden Überbauung Rickenbach Zentrum in Anspruch. Dabei gings unter den 40 stimmberechtigten Anwesenden weniger um ein Nein, sondern um Details des Projekts.

Während die einen sich um eine mögliche Raumunterteilung der gut 140 m2 grossen Fläche exklusive Nebenräume mit einer Belegungskapazität zwischen 70 und 100 Personen kümmerten, monierten andere die knappe Anzahl an Toilettenanlagen oder die bislang wenig bekannten Verpflichtungen der Gemeinde als künftige Stockwerkeigentümerin.

Auch die nach Ansicht einiger vom Gemeinderat doch zu hoch veranschlagte Zahl an Vermietungen des Saals gab zu reden. Von monatlich deren zwei war die Exekutive im Wirtschaftlichkeitsvergleich ausgegangen.

Auch gabs skeptische Stimmen zum akustischen Outfit des Saals und zum Umstand, dass die Saalnutzung für Lärm sorge und benachbarte Wohnungen in der Überbauung davon betroffen sein könnten.

Kein Sperrfeuer

Das waren allerdings lediglich Randerscheinung; von einem Sperrfeuer konnte keine Rede sein. Insider, die vorab schon von einem unbestrittenen Geschäft gesprochen hatten, behielten recht. Mit 35 Ja Stimmen (bei 2 Enthaltungen) hiess die Versammlung den Kauf des Gemeindesaals im Stockwerkeigentum gut.

Gemeindepräsident Dieter Leu hatte im Vorfeld des Versammlungsentscheids erklärt, eine solche Räumlichkeit sei das Mindeste, was eine Gemeinde ihrer Bevölkerung anbieten müsse.

Zwar stünden Mehrzweckhalle, Foyer des Schulhauses oder auch das Holzerhüsli zur individuellen oder gemeinwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung, aber der künftige Gemeindesaal eigne sich bestens als neuer, gut gelegener Treffpunkt: zentrumsnah, behindertengerechte Bauweise.

Zusammen mit dem neu erstellten Kinderspielplatz und der Kapelle sei der Bau am jetzigen Standort des einstigen Restaurants Kreuz optimal verortet.

Wirtschaftlichkeit spricht für Kauf

Zu überzeugen vermochte sicher auch die vom Gemeinderat präsentierte Wirtschaftlichkeitsrechnung, die aus ökonomischer Sicht unzweifelhaft für einen Kauf und nicht für eine Miete sprach.

Die Miete als Option war allerdings auch nie Thema bei der Beratung des Geschäfts. Selbst die konservativste Kostenanalyse (bei Ausserachtlassung der nicht notwendigen Abschreibungsverpflichtungen von jährlich 10'000 Franken) versprach Einsparungen von mehr als 440'000 Franken gegenüber einem Mietverhältnis innert 50 Jahren.

Zudem, so konnte Leu in die Runde werfen, sei das Geld für den Kauf vorhanden, eine Steuererhöhung sei nicht notwendig. Die Einwohnergemeinde hat seinerzeit das Grundstück an die Immo Gäu AG verkauft; diese wiederum tritt jetzt als Partner der Einwohnergemeinde auf und ermöglicht ihr, den Gemeindesaal im Stockwerkeigentum zu realisieren.

Die Kosten schlagen aktuell mit 570'000 Franken zu Buche; darin eingeschlossen der Kauf des Raumes (500'000 Franken) sowie Infrastruktur wie Mobiliar, Besteck, Vorhänge, Beamer, et cetera. Aus der Versammlung kam Lob für die Veranschlagung der Infrastrukturkosten: Diese seien gut gerechnet, damit lasse sich der Saal qualitativ bestens ausrüsten.