Mit heftiger Kritik wurde denn auch nicht gespart. Vor allem Fragen der Sicherheit wurden aufgeworfen. Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi warf dem Kanton als Besitzer der seit 2009 leer stehenden Klinik vor, dass er die Liegenschaft zweckentfremden und damit abwerten wolle. Egerkingen werde dazu nicht Hand bieten, stellte Bartholdi klar.

Die Gemeinde verfügt offenbar sogar über einen Joker, um die Umnutzung der «Fridau» doch noch zu verhindern, wie Bartholdi erwähnte. In der laufenden Ortsplanungsrevision ist nämlich vorgesehen, dass die ehemalige Klinik von der heutigen «Zone öffentliche Bauten» in eine Zone «Hotellerie- und Dienstleistungen» umgezont wird. «Die Unterlagen zur Ortsplanungsrevision sind am 20. September dem Kanton übergeben worden, und dieser hat die bis 31. Oktober laufende Mitwirkungsfrist ungenutzt verstreichen lassen», verriet die Gemeindepräsidentin.

Und: Mit der Publikation im Gäuanzeiger, welche am Donnerstag, 20. Dezember, erfolge, werde diese Planungszone für die Dauer von drei Jahren wirksam. «Somit muss die Baukommission gar nicht auf das Umnutzungsgesuch des Kantons eintreten», sagte Bartholdi am Rande der Versammlung.

Landammann Peter Gomm wusste noch nicht, wie der Kanton auf die neue Situation reagieren wird. «Wir wissen erst seit Montag von dieser Umzonung und werden nun abklären, wer Beschwerdeinstanz ist», so Gomm. Damit wird die für den Asylbetrieb notwendige Umzonung der «Fridau» zum Juristenfutter mit unabsehbaren Folgen für den Zeitplan. Dieser sah die Eröffnung des Asylzentrums im April/Mai 2013 vor. Dem Kanton steht nun die Möglichkeit offen, gegen die bis 31. Januar 2013 öffentlich aufliegende Umzonung Einsprache zu erheben. Ob es überhaupt dazu kommt, wird sich zeigen. (eva)