Oensingen

Gemeinde verabschiedet sich von Ferienhaus «Wilera» in Bellwald

Von Wald umgeben: So präsentiert sich das Ferienhaus Wilera.

Von Wald umgeben: So präsentiert sich das Ferienhaus Wilera.

Gemeinde überträgt Vermietung des Hauses Wilera an Bellwald Tourismus. Die rund 40 Kinder und Erwachsenen, die jetzt das Familienlager der Römisch-katholischen Kirchgemeinde in Bellwald VS geniessen, werden nichts merken.

Auch die Schülerinnen und Schüler aus Oensingen, Kestenholz, Dulliken, dem Schwarzbubenland und dem Bucheggberg sowie die Mitglieder der Musikgesellschaft Oensingen und weiteren Vereinen werden nichts merken. Sie werden das Ferienhaus Wilera in Bellwald VS weiterhin so vorfinden, wie sie es seit Jahrzehnten gewohnt sind und schätzen. Neu wird sein, dass die Lagerverantwortlichen den Mietvertrag für das Haus nicht mehr mit der Besitzerin, der Einwohnergemeinde Oensingen, abschliessen werden.

Das wird ab dem neuen Jahr über die Immobilien Sportbahnen Bellwald AG (ISB) laufen. Der Entscheid zu diesem Wechsel fiel im letzten September im Gemeinderat, selbstverständlich in Absprache mit der Bellwald-Kommission, die aus der seinerzeit extra eingesetzten Ferienlagerkommission ins Leben gerufen worden war.

Was zum Entscheid geführt hat

«Ja, was soll ich dazu sagen? Es ist schon fast so etwas wie ein Abschied», meint Edith Grob. Sie ist eine von mehreren Personen, die aufgrund ihres jahrzehntelangen Engagements bei Ferienlagern quasi zum Inventar des Hauses Wilera zählen. «Man hat halt bis jetzt immer mit Leuten der Gemeinde zu tun gehabt, wenn es etwas zu besprechen gab.» Sie könne allerdings den Entscheid des Gemeinderates nachvollziehen. «Und solange wir Oensinger dort keine schlechteren Verhältnisse antreffen, ist es schon in Ordnung so.»

Auslöser für die neue Organisation ist die Demission des Hausverwalters in Bellwald. Bei der Suche eines Nachfolgers trat der in Oensingen zuständige Leiter Finanzen, Rolf Niederer, mit dem Geschäftsführer der Bellwald Sportbahnen und Bellwald Tourismus, Frédéric Bumann, in Kontakt. Dieser zeigte Interesse daran, das Ferienhaus Wilera längerfristig zu mieten. Das gab den Oensingern Anlass, das bisherige System mit Vermietung und Vermarktung zu überdenken.

Im Gemeinderat wurde auch die finanzielle Lage erwähnt. Nach Steuern und Korrektur von übermässig hohen Abschreibungen sei durchschnittlich mit 0,5 Prozent Rendite zu rechnen, was äusserst bescheiden sei, berichtete Rolf Niederer. Er wies jedoch auch darauf hin, dass die Oensinger Vereine während der Hochsaison das Haus vier Wochen belegen und dabei von Preisen profitieren, die nicht marktgerecht seien.

Sonderkonditionen für Oensingen

Gruppen aus Oensingen werden wie bisher Vorteile haben bei der Reservation und den Tarifen. Von der ISB AG erhält Oensingen im ersten Jahr 32'500 Franken. Das Ziel ist, nach drei Jahren eine Miete von 50'000 Franken jährlich zu vereinbaren. Mit der stufenweisen Erhöhung soll der ISB AG der Markteintritt erleichtert werden. Es sollte nicht zum Nachteil für Oensingen sein, denn, so wurde im Gemeinderat betont, die Walliser seien an einem langfristigen Engagement interessiert.

Mietanfragen/Geschichte

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