Die Vorgeschichte zu dem vom Stadtrat bewilligten Nachtragskredit über insgesamt 122 000 Franken ist eine lange und reicht bis in die Mitte der 1950er- Jahre zurück. Für den Kanalbau des Flusswasserkraftwerkes Niedergösgen nämlich hatte die damalige Atel zwischen 1914 und 1917 im Stöckenfeld auf Gemeindegebiet Obergösgen zur Abdichtung des Kanals Lehm abgebaut.

35 Jahre später, ab dem Jahr 1952, nutzte die Stadt Olten diese durch den Lehmabbau entstandene Grube zur Ablagerung von Hauskehricht. Ein Umstand, der schon wenig später zu Schwierigkeiten führte und 1956 erste Massnahmen notwendig machte, welche allerdings keinen absolut befriedigenden Erfolg zeigten. Schwierigkeit: Grundwasser. Bei der nahe gelegenen Grundwasserfassung Duberten (Gemeinde Niedergösgen) mussten Verunreinigungen registriert werden. So wurde 1956 eine Entwässerungsleitung vom Deponiekörper bis in den Kanal hinunter erstellt.

Dennoch blieben die Probleme bestehen, blieb die Situation in der Diskussion, wenn auch nicht so angespannt, dass zusätzlicher Handlungsbedarf an weiteren Massnahmen angezeigt gewesen wäre. Deponien, die aus Zeiten vor den mittleren 1960er-Jahren stammen gelten erfahrungsgemäss als weniger problematisch. Zudem spielen in der Grundwasserfrage Duberten wohl noch weitere Deponien eine Rolle, welche nicht von der Stadt zu verantworten sind.

Undichte Stellen

So wurde im Jahr 2006 die historische Untersuchung mit dem Pflichtenheft für die technische Untersuchung erstellt und in der Folge durch das kantonale Amt für Umwelt beurteilt und genehmigt. Darauf erfolgte im Jahr 2011 die technische Untersuchung mit Probenahmen und Feldmessungen. Die Untersuchung der Entwässerungsleitung förderte Undichtigkeiten und Brüche der Betonrohre zutage. Als erste Massnahme wurde die gesamte Leitung im Herbst 2014 mittels Innenbeschichtung abgedichtet.

Dabei wurde festgestellt, dass das letzte Teilstück der Entwässerung im Deponiekörper zusammengebrochen ist. Dieses muss nun konventionell mittels Grabenbau ersetzt werden, was seinerseits einen Nachtragskredit erforderlich macht, da diese Arbeiten nicht vorhersehbar waren, aber zum Schutz des Grundwassers dringend erforderlich sind.

Überwachungskosten bleiben

Nach der technischen Untersuchung bleibt in Zukunft eine Überwachung des Deponiekörpers erforderlich. Das Überwachungskonzept ist erstellt und muss nun durch das Amt für Umwelt genehmigt werden. Die Überwachung führt zu weiteren Kosten; diese werden zusätzlich fürs Jahr mit 20 000 Franken veranschlagt.

In den Folgejahren wird just dieses Konto beibehalten werden müssen, da die Kostenschätzung für die Überwachung von gesamthaft 60 000 Franken ausgeht. Insgesamt wird das Projekt Nachbetreuung Kehrichtdeponie Stöckenfeld mit 352 000 Franken zu Buche schlagen. Davon sind bereits 250 000 Franken bewilligt. Insgesamt hat der Stadtrat einen Nachtragskredit von 122 000 Franken gesprochen, den er damit begründet, dass die Arbeiten für den Ersatzbau der Leitung im Deponiekörper selbst für den Schutz des Grundwassers dringlich sind, zweckmässigerweise auch für den Kostenteil (20 000 Franken) der zukünftigen Überwachung.