Gunzgen

Geld aus Kabelnetz-«Kässeli» kommt in die Gemeindekasse

Das Geld aus der Spezialfinanzierung geht an die Gemeinde.

Das Geld aus der Spezialfinanzierung geht an die Gemeinde.

Die Gemeindeversammlung Gunzgen verabschiedete Rechnung 2018 und verbuchte das Kapital aus dem Kabelnetz im Gemeindehaushalt.

Wie in vielen Gemeinden schloss die Jahresrechnung 2018 auch in Gunzgen deutlich besser ab als budgetiert. Im Voranschlag hatte man noch mit einem Defizit von 15’589 Franken gerechnet. Tatsächlich aber resultierte im vergangenen Jahr ein Gewinn von knapp 329’000 Franken; dies bei einem Gesamtertrag von 7,251 Mio. Franken und einen Gesamtaufwand von 6,922 Mio. Franken. Der Ertragsüberschuss wurde beim Eigenkapital verbucht, das sich somit auf 2,976 Mio. Franken erhöht.

Gemeindeverwalter Marco von Arx, der einige Details der Erfolgsrechnung 2018 erläuterte, begründete das positive Ergebnis vor allem mit unerwartet höheren Steuereinnahmen. Es flossen 257’000 Franken mehr in die Gemeindekasse als im Budget prognostiziert. Naturgemäss sind hier Vorhersagen schwierig zu machen, ausschlaggebend ist jeweils die aktuelle wirtschaftliche Lage.

Die an der Versammlung der Einwohnergemeinde 49 anwesenden Stimmberechtigten hiessen die Rechnung ohne Diskussion und einstimmig gut.

Abwassergebühr gesenkt

Die Spezialfinanzierung für die Abwasserbeseitigung schloss ebenfalls mit einem Ertragsüberschuss von gut 86’000 Franken ab. Das Konto für den Werterhalt der Anlagen weist ein zweckgebundenes Polster von mehr als einer Million Franken auf. Die Gemeindeversammlung beschloss deshalb einstimmig, die Abwassergebühr um 30 Rappen auf Fr. 1.40 je Kubikmeter zu senken.

Mehr zu reden gab die Frage, wie mit dem Geld aus der Spezialfinanzierung (SF) «Kabelnetz» zu verfahren sei. Die Leitungen aus der ehemaligen Gemeinschaftsantenne sind per Anfang 2018 an die R. Geissmann AG für Multimedianetze, Oberdorf, verkauft worden, wobei die Einwohnergemeinde Gunzgen die Verkaufssumme zur befristeten Verbilligung der Anschlussgebühr verwendet.

Hingegen liegen im SF «Kabelnetz» noch 557’000 Franken Vermögen, das nun aufgelöst werden soll. Gemeindepräsident Hansruedi Krähenbühl schlug vor, diese Summe dem Gemeindehaushalt einzuverleiben: «Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, das Geld aus diesem ‹Kässeli› gerecht den ursprünglich 630 Abonnenten zurückzuzahlen, oder allenfalls derart aufwendig, dass viel des Geldes so aufgebraucht wird», führte Krähenbühl an. Der Antrag fand schliesslich mit 47 Ja-Stimmen bei 7 Enthaltungen die Gnade der Stimmberechtigten.

Schliesslich teilte Gemeindepräsident Krähenbühl mit, dass der für einen Container vorgesehene Kredit von Fr. 130’000 nicht beansprucht wird. Inzwischen fand sich in der Gemeinde eine geeignete Wohnung, in welche eine asylsuchende Familie aus Syrien mit drei Kindern aufgenommen werden kann.

Schliesslich informierte er über die Landumlegung, bei welcher die Gemeinde das Wegenetz saniert erhielt, nun aber um Beteiligung an den Kosten angefragt wird.

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