Anwohner sind im Oltner Quartier rund um den geplanten Ausbau des Säliparks nicht gleich Anwohner: Die einen verlangen, dass der neue Sälipark nur noch einseitig über die Sälistrasse für Autos zugänglich ist, andere hingegen sind für das bisherige Verkehrsregime über die drei auch vom Stadtrat im Mitwirkungsbericht vorgeschlagenen Achsen Sälistrasse südseitig sowie Bifang- und Von Rollstrasse nordseitig.

Über drei Achsen stellt sich der Stadtrat die Zufahrt zum Sälipark vor. Einzig die Begegnungszone soll grösser werden, als in der Karte eingezeichnet. Eine einseitige Erschliessung über die Sälistrasse, wie von Anwohnern vorgeschlagen, lehnt er ab.

Über drei Achsen stellt sich der Stadtrat die Zufahrt zum Sälipark vor. Einzig die Begegnungszone soll grösser werden, als in der Karte eingezeichnet. Eine einseitige Erschliessung über die Sälistrasse, wie von Anwohnern vorgeschlagen, lehnt er ab.

Anwohner für dreifache Zufahrt

Letzter Meinung ist FDP-Gemeinderat Daniel Probst. Als Anwohner ist für ihn klar, dass das Einkaufszentrum nur weiter eine Chance gegen Konkurrenten aus der Region hat, wenn die Zufahrt auch nordseitig möglich ist.

«Der Sälipark lebt davon, dass auch Kunden von auswärts hierher einkaufen kommen», sagt der Direktor der Solothurner Handelskammer. Gäbe es die Zufahrt nur noch über die Sälistrasse, bestünde die Gefahr, dass sich Kunden ganz abwenden oder vom Niederamt her durchs Quartier in den Sälipark zufahren würden. «Ich bin überzeugt, der Schleichverkehr nähme zu.»

Auch sein Parteikollege Heinz Eng glaubt, dass Stadt und Kanton diesmal ihre Hausaufgaben gut gemacht hätten und klar Vor- und Nachteile der Zufahrtsvarianten durchgegangen seien.

Die vorgeschlagene Verkehrsführung sei ein Kompromiss mit dem Versprechen des Stadtrats, dass Massnahmen eingeleitet würden, falls es zu mehr Verkehr kommen sollte als vorausgesagt. «Was will man mehr?», fragt sich der FDP-Gemeinderat und fände es schade, «wenn ein gutes Projekt durch Einsprachen verzögert würde».

Doch genau das könnte passieren: Die eingangs erwähnten rund 50 Anwohner um SP-Kantonsrätin Luzia Stocker behalten sich vor, eine Einsprache zu machen, weil der Stadtrat ihr Anliegen einer einseitigen Zufahrt zum Sälipark abgelehnt hat. Heute ist schon klar, dass SVP-Kantonsrat Rolf Sommer eine Einsprache machen wird, aber aus anderen Motiven.

Ihm geht es um die zu eingeschränkte Freiheit durch eine Sperrung der Riggenbachstrasse: «Da die direkte Zufahrt zur Bahnhofseite einem grossen Bedürfnis entspricht, wäre dies nur noch über Umwege möglich, nämlich über die Engelbergstrasse.» Der Stadtrat gibt ihm in seiner Antwort im Mitwirkungsbericht Recht, dass «durch die Sperrung der Riggenbachstrasse gewisse Verkehrsverlagerungen in die Engelbergstrasse entstehen werden».

Diese Auswirkungen schätzt die Stadt allerdings als «verträglich» ein. Damit will sich der Anwohner der Engelbergstrasse aber nicht abfinden: «Ich wehre mich dagegen, dass unser Quartier kaputt gemacht wird.» Für Sommer stellt die Riggenbachstrasse eine der wichtigsten Zufahrtsstrassen dar, welche die Stadt nicht einfach sperren dürfe.

Linke: «Mutlos» und «erstaunt»

Ebenfalls nicht zufrieden mit der Verkehrsplanung der Stadt sind die beiden linken Parteien, welche ebenfalls eine Stellungnahme in der Mitwirkung abgegeben haben und für eine eingeschränkte Zufahrt plädierten. Die vorgeschlagene Verkehrslösung sei sehr «mutlos» und wenig «visionär», sagt die grüne Gemeinderätin Myriam Frey auf Anfrage. Die Stadt gehe «den Weg des geringsten Widerstandes, auch gegenüber dem Investor», so Frey.

Sie widerspricht auch der Auffassung, dass der Sälipark in Konkurrenz treten müsse mit Einkaufszentren wie dem A1 in Oftringen oder dem Gäupark in Egerkingen, die einen direkten Autoanschluss besässen. «Shopping auf der grünen Wiese ist out.»

Die SP ist erstaunt, dass der Stadtrat «trotz der vielen Einwände gegen die vorgeschlagene Verkehrsführung an seinem Konzept festhält», schreibt Präsidentin Brigitte Kissling auf Anfrage. Der Partei stelle sich die Frage, wieso die Stadt überhaupt ein Mitwirkungsverfahren lanciert habe, wenn offenbar wenig Wille vorhanden sei, auf die «wesentlichen Punkte der Mitwirkenden einzugehen und alternative Lösungen zu suchen».

Weitere angefragte Privatpersonen und Organisationen haben sich bis gestern Abend nicht gemeldet.