Wer die Wohnangebote für Olten SüdWest auf Internet studiert, der erfährt unter der Rubrik «Baubeschrieb»: Die Anfallentsorgung für das neue Quartier wird über einen Unterflurcontainer abgewickelt. Das will so viel heissen wie: keine Ansammlung von Kehrichtsäcken mehr am Strassenrand, sondern eine quartierinterne, unterirdische Sammelstelle, wie sie in Olten grossräumig noch nie praktiziert wurde.

Ein Versuch

«Wir betrachten die Einführung der Unterflurcontainer als einen Versuch, der je nach Verlauf flächendeckend in Olten eingeführt werden könnte», so Urs Kissling, stellvertretender Leiter Baudirektion Olten, der bezüglich Unterflurentsorgung von einem «zeitgemässen System» spricht, welches andernorts bereits erfolgreich zur Anwendung gelange. Das System berge ein gewisses Sparpotenzial an Wegstrecke, so Kissling. Die Anzahl der Müllwagenfahrten kann dadurch verringert werden, wie man auch in Chur eruiert haben will, wo die Tiefsammelsystem seit einiger Zeit praktiziert wird. Derzeit sind dort noch zwei Fahrzeuge für die Müllabfuhr unterwegs, vor der Umsetzung der neuen Entsorgungsstrategie waren es deren drei, wie man in der Alpenstadt (37 000 Einwohner) erklärt.

Andere Voraussetzungen

In Chur allerdings lagen die Voraussetzungen vor der dortigen Einführung der Unterflurentsorgung anders als in Olten. In Graubündens Hauptstadt stoppte die Müllabfuhr nicht vor jeder mit bereitgestelltem Kehrichtsack markierten Haustür, sondern die Stadt setzte seit Jahrzehnten auf Quartiersammelstellen. Runde 250 Meter Wegstrecke bis zur nächsten Unterflursammelstelle scheint Churs Stadtobrigkeit jedenfalls zumutbar. Etwa so viel hat jeweils der am weitesten von der Sammelstelle entfernt wohnende Churer mit seinem Kehricht im gebührenschwangeren «Churer Sack» zu gehen. Eine Distanz, die in der Vergangenheit nicht immer unumstritten blieb.

Und noch etwas ist in Chur anders: Weil die Sammelstellen bislang stets auf öffentlichem Grund lagen, hatte die Stadt auch kein Problem, die Unterflurcontainer – im wörtlichen Sinne – in eigenem Grund und Boden unterzubringen.

Genau hier sieht Kissling gewisse Bedenken. Nicht solche technischer Art. Die Kehrichtfahrzeuge müssen vor allem mit einem Kranarm ausgerüstet werden. Aber wollte man das System in Olten flächendeckend einführen, müssten sich die Kunden von der bisherigen Praxis, individuell bedient zu werden nämlich, verabschieden. Vor allem aber fehlt in den verschiedenen Quartieren der öffentliche Raum, um unterirdisch angelegte Sammelstellen zu installieren. Private Grundeigentümer müssten dafür Hand bieten. Kissling nickt.

Sälipark und Klosterplatz

In Olten existieren bislang zwei unterirdische Kehrichtsammelstellen: Klosterplatz und Sälipark. Abgerechnet wird dort via Kreditkarte, die im städtischen Werkhof monetär «geladen» werden kann und nach Gewicht des eingeworfenen Abfalls. «Diese Art der Entsorgung ist praktisch für jene, die wenig Stauraum haben, bei denen aber viel und vor allem schnell verderblicher Kehricht anfällt, der mit Emissionen belastet», führt Kissling aus.

Warum nicht auch im Kleinholz

Die Frage, warum in Olten nicht auch bei den Überbauungen im Kleinholz mit einer Unterflursammelanlage gestartet worden sei, beantwortet Kissling mit der Bemerkung, der Versuch gelte just für das Gebiet Olten SüdWest. Denn diese Überbauung sei in ihrer Gesamtheit von einer andern Geschlossenheit als jene im Kleinholz, die auch mit einer andern Siedlungsstruktur aufwarte.