Beim ERO-Mediencafé vom Dienstag wurden die Erwartungen an die Entlastungsstrasse etwas gedämpft. Walter Steiner, Projektleiter Elektromechanische Anlagen, sprach über die erhoffte Verkehrsentwicklung nach Eröffnung der Entlastung Region Olten. Wohl zeigte er auf, dass die Verkehrsmenge auf der Kantonsstrasse H5 erheblich geringer werden sollte. An der Ziegelfeldstrasse etwa rechnet man mit einer Reduzierung um 45 Prozent. Und in Wangen soll der Verkehr sogar um mehr als die Hälfte zurückgehen, wie Steiner ausführte. Das grosse Aber folgte jedoch auf dem Fuss: «Direkt nach der Eröffnung wird der Verkehr eher schlechter laufen, dessen muss man sich bewusst sein. Die Reisezeiten werden bedeutend länger sein als geplant», so Steiner. «Das liegt in der Natur der Sache.»

Die Verantwortlichen werden in den ersten Wochen nach der Eröffnung, die auf den 24. April festgesetzt ist, die Verkehrssituation genau analysieren und Anpassungen vornehmen müssen, wie Steiner sagt. «In der Regel braucht es dafür zwei oder drei Schritte.» Erst wenn diese erfolgt sind, sollte der ERO-Verkehr die geplanten Reisezeiten erreichen können. Markus Spring, stellvertretender Gesamtprojektleiter meinte dazu: «Wir können nicht zaubern.»

Der Kurvenradius ist zu eng

Vor den Medien gab auch Thomas Pareth, Leiter Realisierung, Auskunft. Er orientierte über den Stand der Arbeiten an der Entlastungsstrasse: «Die Entlastungsstrasse wird Donnerstag betriebsbereit sein. Nur Feinarbeiten stehen noch an. Der Betonstaub muss zum Beispiel noch von den Wänden geputzt werden.» Damit dauern die Bauarbeiten der Entlastungsstrasse, die im Juni 2008 begonnen haben, ein Dreivierteljahr weniger lang als angenommen. Der stellvertretende Gesamtprojektleiter, Markus Spring, bezeichnete dies als Erfolg. Zudem blieb man bislang auch mit den Kosten um rund fünf Prozent unter der erwarteten Summe, wie Pareth sagte.

In Bezug auf das Grossprojekt sprach Thomas Pareth jedoch auch von Kinderkrankheiten, die in der nächsten Zeit noch geheilt werden müssen, und meinte damit einzelne Baumängel. So ist beim Knotenpunkt Usego der Kurvenradius der ERO-Ausfahrt zu eng. «Das ist kein Gerücht», sagte Pareth. «Wir werden dieses Problem im Sommer beheben.»

Versuchsweise ohne Busspur

Auch wenn die ERO am 24. April offiziell eröffnet wird, werden zu diesem Zeitpunkt längst nicht alle Arbeiten im Rahmen dieses Mammutprojekts abgeschlossen sein. Denn wie Peter Portmann, Leiter Projektmanagement Kreis II, ausführte, werden die Arbeiten, die für die Umgestaltungsmassnahmen nötig sind, noch bis ins Jahr 2016 laufen.

Im Rahmen dieser Umgestaltungsmassnahmen wird versuchsweise ab dem Frühling für ein bis zwei Jahre die Busspur auf der Kantonsstrasse von der Usego bis nach Wangen, Hinterbüel aufgehoben. An ihrer Stelle wird ein Radstreifen folgen. Die zwei Haltestellen Neuhüsli und Chalchofen werden bei diesem Versuch neu als Fahrbahnhaltestellen bedient. Da das Verkehrsaufkommen nach der ERO-Eröffnung Ende April deutlich geringer werden sollte, so Portmann, sei dieser Versuch in dieser Form möglich.