Olten
Gebeutelte Oltner finden Alpiq-Chefsaläre übertrieben

1,8 Millionen Franken hat Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin im vergangenen Jahr verdient. Zuviel, finden viele in Olten, wo wegen fehlender Steuereinnahmen die Stadtkasse leer ist. Die SP fordert den Kanton deshalb in einer Resolution zum Handeln auf.

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Alpiq-CEO Jasmin Staiblin an der Bilanzmedienkonferenz Anfang März 2014. (Archiv)

Alpiq-CEO Jasmin Staiblin an der Bilanzmedienkonferenz Anfang März 2014. (Archiv)

Keystone

«Das ist eine Frechheit», findet Kantonsrat Urs Huber. «Die Firma liefert praktisch keine Steuern mehr und baut andauernd Stellen ab. Die Stadt Olten leidet darunter gewaltig», fasst der Präsident der SP-Sektion Olten-Gösgen gegenüber Tele M1 zusammen.

Die fehlenden Steuereinnahmen aufgrund von Millionenverlusten beim Stromkonzern haben ein grosses Loch in die Stadtkasse gefressen. In Olten muss an allen Ecken und Enden gespart werden.

Weiterer Stellenabbau

Insgesamt erhielt die Alpiq-Geschäftsleitung im vergangenen Jahr 6,1 Millionen Franken. Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor. Verwaltungsratspräsident Hans Schweickardt bezog total 1,19 Mio. Franken – Spesen, Vorsorgeleistungen und fixe Vergütungen miteingerechnet.

Trotz Millionenvergütung will der Konzern in diesem Jahr 200 Stellen abbauen, 140 davon in der Schweiz. Bereits 2012 waren rund 170 Arbeitsplätze gestrichen worden.

Resolution eingereicht

Die Solothurner SP-Nationalrätin Bea Heim will das so nicht hinnehmen. «Ich hätte mehr Bescheidenheit erwartet», so die Politikerin. Mässigung wäre angebracht, findet sie und fordert den Kanton in einer Resolution zum Handeln auf, gemeinsam mit der SP Olten-Gösgen.

Auf Anfrage des Senders bezeichnet Alpiq die Vergütung als gerechtfertigt und dem internationalen Standard entsprechend.

Das letzte Wort haben die Alpiq-Aktionäre an der Generalversammlung vom 24. April. Zu den Aktionären gehört auch der Kanton Solothurn. (cze)