Am Samstagnachmittag brauchte eine kleiner Junge dringend Hilfe. Aufgrund eines gesundheitlichen Leidens rückte eine Ambulanz, sowie ein Rettungshelikopter ins Staldenacker-Quartier aus. Auf dem Feld, vor dem Haus der betroffenen Familie, wurde der kleine Junge während mehreren Stunden im Rettungshelikopter medizinisch betreut. Ein Transport ins nächste Spital war wohl nicht möglich.

Wie ein Nachbar gegenüber «20 Minuten» erwähnt hat, «strömten die Leute wie die Mäuse aus ihren Löchern, um zu gaffen. Es war furchtbar.» Ein Nachbar äusserte: «Fast ganz Gretzenbach war vor Ort.»

Gaffer mussten durch die Polizei weggewiesen werden

Wie der Solothurner Rettungsdienst mitgeteilt hat, störten aufdringliche Voyeure die Rettungsaktion. Schliesslich musste die Polizei aufgeboten werden, um die Störenfriede wegzuweisen. «Um die Leute im Zaum zu halten, errichteten Polizisten vor Ort eine Absperrung und wiesen die Leute weg», sagt Thalia Mosimann, Sprecherin der Kantonspolizei Solothurn.

Der Fall Gretzenbach ist durchaus keine Sonderheit. Laut Oliver Schneider, Sprecher der Solothurner Rettungsdienste, gäbe es solche Situationen immer wieder. «Dass es zu so massiven Behinderungen kommt, dass ein Polizeieinsatz nötig wird, ist jedoch sehr selten.»

Polizei muss Gaffer vertreiben, um Bub zu retten

Polizei muss Gaffer vertreiben, um Bub zu retten

Ein Kind brauchte in Grenzebach medizinische Hilfe, jedoch kamen die Sanitäter nicht an die Unfallstelle. Unzähligen Gaffer versperrten den Weg.

Gaffen kann eine Anzeige zur Folge haben

Werden Gaffer zu neugierig, kann die Staatsanwaltschaft sie verzeigen. Im aktuellen Fall  verzichtet der Rettungsdienst aber auf rechtliche Schritte. Oliver Schneider erklärt. «Im Regelfall empfehlen unsere Mitarbeitenden den Passanten, weiterzugehen.» Etwas anderes sei es, wenn es vor Ort Personen hat, die vor Eintreffen der Sanitäter erste Hilfe leisten können. «Diese Personen werden möglicherweise noch gebeten, zu Informationszwecken oder um weiterzuhelfen vor Ort zu bleiben.» Alle anderen seien jedoch eher ein Störfaktor als wirkliche Hilfe.

Trotz den unzähligen Gaffern haben die Rettungskräfte gute Arbeit geleistet. Laut einer Bekannten der Familie geht es dem Bub bereits wieder besser. (miw)