«Als Spanier gehe ich natürlich davon aus, dass Spanien die EM gewinnt», scherzt Nicolás Castillo. Der 40-jährige Secondo, der an der Aare die Schlosserei Genussfabrik betreibt, hat alle EM-Spiele verfolgt. Kein Wunder, er hat auch dieses Jahr wieder eine Public-Viewing-Arena vor der Schützi aufgebaut.

Seit 2010 stellt Castillo jeweils zur WM und EM mit Helfern ein Public Viewing auf die Beine. Er sei der einzige, der in Olten ein Public Viewing durchführe, sagt er. Dementsprechend gut besucht sind die Übertragungen: Zwischen 500 und 1000 Zuschauer fiebern jeweils vor der Schützi mit, hält er fest. Wenn die Schweiz spiele, sei der Ansturm natürlich am grössten.

Dank Sponsoren war es ihm dieses Jahr erstmals möglich, eine LED-Wand aufzustellen. Diese misst 6,50 Meter in der Diagonale. Die Bildschirme des Fernsehturms, der in den Jahren zuvor zum Einsatz gekommen war, kamen bloss auf 1,80 Meter. Das Seherlebnis sei viel besser als noch vor zwei Jahren, bemerkten Besucher.

36 Spiele sind bereits durch, 15 stehen noch an. Dass das Wetter bisher nicht eitel Sonnenschein war, sei nur bedingt ein Problem gewesen: «Das hält die Leute nicht ab zu kommen.» Wenn es «Katzen gehagelt» habe, sei er aber auch schon in die Schützihalle ausgewichen.

Ramadan wirkte sich aus

Und: Das Public Viewing sei bisher immer friedlich verlaufen. «Die Security ist zwar auf dem Platz, ich hatte aber noch nie einen Vorfall», meint Castillo. Ein spezielles Erlebnis sei gewesen, als zahlreiche Türken und Albaner die Arena bevölkerten, von denen aber keiner etwas konsumierte – Ramadan.

Sein Ziel sei, die Kosten zu decken, sagt Castillo. Geld zu verdienen, habe hingegen nicht erste Priorität. Wichtiger sei ihm das friedliche Zusammensein. Und natürlich die Spiele selber.

Castillos Favoriten an der EM? Schön fände er, wenn die Schweiz weiterkommt, klar. Er sieht sie sogar im Halbfinal mit Deutschland. Und sein Finaltipp: «Schweiz – Spanien!» Er lacht. Zuerst aber muss die Schweizer Nati am Samstag Polen schlagen.