Pascal Erlachner aus Wangen bei Olten ist einer unter acht Nominierten für den 21. «Beobachter Prix Courage». Grund für die Nomination: Erlachner outete sich als schwul – und das im Spitzenfussball. Der Fussballschiedsrichter sprach im vergangenen Dezember in der Sonntagspresse erstmals über seine Homosexualität, später in einer TV-Dokumentation. Die Prix Courage Träger gelten gemeinhin als Helden des Alltags.

Diskussionen ausgelöst

«Das Coming-out löste ein breites Echo aus. Denn: Schwul und Fussball – das ist auch im Jahr 2018 noch eine explosive Kombination. Erlachner war hierzulande der erste Aktive, der sich dazu bekannte, Männer zu lieben. Auch international gibt es kaum Vorbilder. Genau sie wären aber nötig, damit ein normaler Umgang mit Schwulen auch im Spitzensport überhaupt möglich wird», schreibt die Jury in ihrer Begründung.

Für den Wangner ist die Nomination «eine grosse Ehre», wie er auf Anfrage dieser Zeitung sagt. «Natürlich freue ich mich sehr darüber; das ist ja nicht selbstverständlich», so der 38-jährige Fachlehrer Sport an der Oberstufe Wangen. Angefragt worden war er von den Organisatoren erst per Mail, ob er sich eine Nomination vorstellen könne. Und: Erlachner konnte. So kam die ganze Sache ins Rollen.

Der «Beobachter Prix Courage» ist mit 15'000 Franken dotiert. Was er allenfalls mit dem Preisgeld machen würde, vermag Erlachner heute noch nicht zu sagen. «Nein, also darüber habe ich mir jetzt wirklich noch keine Gedanken gemacht», lacht der Nominierte. Das sei auch nicht das Entscheidende in dieser Angelegenheit. Ihm seis stets um die Sache gegangen.

Wer den Preis schliesslich erhält, entscheiden je zu Hälfte das Publikum und die Jury, die neu unter der Leitung der Aargauer Alt-Regierungsrätin Susanne Hochuli steht. Die Preisträger werden am 2. November in feierlichem Rahmen in Zürich geehrt. (Hub)