Eishockey
Fünf Powerplay-Gegentore: Oltner Untergang in Unterzahl

Der EHC Olten verliert das dritte Playoff-Duell in Visp durch fünf Powerplay-Gegentreffer mit 2:5. Die einseitige Partie war nach zwei Dritteln bereits entschieden, als Visp mit 4:1 führte. Visp führt nun mit 2:1 Siegen in den Playoffs.

Michael Forster
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Remo Meister erhielt eine Matchstrafe wegen Kopfstosses.

Remo Meister erhielt eine Matchstrafe wegen Kopfstosses.

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Die Frage nach gespielten 40 Minuten war einzig noch, wie sich der EHC Olten in Visp aus der Affäre ziehen würde. Nach dem Mitteldrittel mit 1:4 in Rückstand, raubte Remo Meister seinem Team mit einer Unbeherrschtheit früh die letzte Hoffnung auf eine Rückkehr in die Partie.

Für seinen Kopfstoss (so die offizielle «Urteilsbegründung») gegen Linesman Blatter – er stammt übrigens aus Visp –, setzte es eine 5-Minuten- plus Matchstrafe ab. Anders sah es der wortkarge Bestrafte selber, der lediglich von einem kurzen, unabsichtlichen Körperkontakt sprach. Ganz und gar nicht zufrieden mit der Regelauslegung nicht nur in dieser Szene zeigte sich nach Spielschluss auch EHCO-Trainer Kent Ruhnke, wollte dies aber ausdrücklich nicht als Kritik am Schiedsrichtertrio geltend machen.

Denn auch er hatte gesehen, dass seine Spieler oft einen Schritt zu spät waren, zu weit weg vom Gegner. «Wir haben zwar viele richtige Entscheidungen getroffen», so Ruhnke, «liessen aber das Vertrauen vermissen, das Ganze dann auch durchzuziehen.»

Eine andere Mannschaft

Es schien, als hätten die Oltner die positiven Emotionen und vor allem die Aufsässigkeit, gewonnen durch das beeindruckende 2:1 nach Verlängerung am letzten Dienstag, im Kleinholz liegen gelassen. Je länger sich die Partie dahin zog, desto mehr wurde klar, dass die Gäste nicht an jenes emotionale Niveau vom letzten Vergleich würden anknüpfen können.

Einerseits war da meistens die knappe Stocklänge Distanz zum Gegenspieler, zum anderen verpassten es die Oltner schlicht, bei den sich bietenden Gelegenheiten das so wichtige Element ins Spiel zu bringen. Angesichts der spielerischen Überlegenheit der Gastgeber wäre es die Chance am gestrigen Abend gewesen. Allein, man liess sie ungenutzt verstreichen.

Olten geht in Führung

Es ging trotz allem gut los für den EHCO, der durch DaSilva nach wenigen Sekunden den ersten nennenswerten Abschluss verzeichnete. Und kurz nachdem sich Michael Tobler ein erstes Mal in Unterzahl auszeichnen musste, lagen die Gäste gar in Führung. Wunderbar lanciert von DaSilva blieb Marty Sertich vor Schoder cool und legte die Scheibe zwischen dessen Schonern zum 0:1 ins Tor.

Für noch mehr Show war aber sein Visper Topskorer Pendant Luca Triulzi besorgt. Er vergab nicht nur die nächste Möglichkeit kurze Zeit später, sondern auch die übernächste. Und: er war auch für den Ausgleich in der 15. Minute besorgt. Es war der erste von nicht weniger als fünf Treffern in Überzahl, welche den Gästen schliesslich das Genick brechen sollte.

Powerplay als effiziente Waffe

Dass das Powerplay zu den effizientesten Waffen der Visper gehört, war den Oltnern natürlich bewusst. «Wir müssen ganz einfach unsere Beine mehr bewegen», nannte Cyrill Aeschlimann das Rezept, «wenn wir immer einen halben Schritt weit weg sind, sieht es viel eher nach einer Strafe aus.» Dass man sich bei numerischem Gleichbestand resultatmässig besser aus der Affäre zog, mag als Hoffnungsschimmer in die Partie von morgen mitgenommen werden. Mehr noch, ist Aeschlimann überzeugt: «Es könnte sogar der Keypunkt sein, zusammen mit einem besseren Powerplay.»

Bleibt die Frage, wie sich der EHCO im letzten Drittel aus der Affäre zog. Verhältnismässig gut. Man liess sich nicht gehen und konnte eine gröbere Pleite vermeiden. Dies, nachdem die Vorentscheidung, mit drei weiteren Powerplay-Toren der Walliser, ja schon zuvor so gut wie gefallen war. Zwar kam nach knapp 43 Minuten durch Forget ein Fünftes hinzu, doch dann hatte die Torproduktion der Visper Feierabend.

DaSilva liess drei Minuten später nach einer schönen Einzelaktion zwar noch einmal zumindest ein klein wenig Hoffnung aufkommen, doch die zerrann wie die Sekunden auf der Matchuhr. Mit dem unguten Gefühl eines deutlichen 2:5 steigen die Oltner somit in Spiel Nr. 4 – doch dort wird man, versicherte Ruhnke, «einen ganz anderen EHCO erleben».