Fulenbach
Knigge-Pfad: Zehn Regeln für einen respektvollen Umgang mit dem Wald

Im Fulenbacher Wald kann man seit kurzem zehn Tipps zum Umgang mit dem Ökosystem folgen.

Lavinia Scioli
Drucken
In Fulenbach führen zehn Tipps zu einem respektvollen Waldbesuch. Der Rundgang beginnt beim Waldhaus.

In Fulenbach führen zehn Tipps zu einem respektvollen Waldbesuch. Der Rundgang beginnt beim Waldhaus.

Bruno Kissling

Der Wald: ein Ort, an dem sich die vollkommene Natur entfaltet. Windstösse lassen Blätter leise von den Bäumen fallen. Er ist ein Raum für Erholung und Erlebnis. Und ein Habitat für Lebewesen. Ein Gut, das respektiert werden soll. Und zwar von Jung und Alt. Dafür braucht es bestimmte Verhaltens- und Benimmregeln.

Einen Schritt zu einem respektvollen Waldbesuch hat Fulenbach nun mit dem Wald-Knigge-Pfad gemacht: Die Enufa (Entsorgungs-, Natur-, Umwelt-, Forst- und Allmendkommission) hat zusammen mit der Firma Ruholz AG während der Projektwoche der Kreisschule Gäu den Knigge-Pfad eingeläutet. Denn es sei ein reger Betrieb im Fulenbacher Wald: von Bikern über Wanderer bis hin zu Spaziergängern mit Hunden. «Wir haben viele Besucher», erzählt der Forstpräsident der Enufa und Vizepräsident Fulenbachs, Roland Wyss.

Den Wald-Knigge-Pfad gibt es seit 2018

Der Wald-Knigge-Pfad ist keinesfalls etwas Neues. Bereits 2018 wurden die ersten Posten auf Initiative der Arbeitergemeinschaft für den Wald in den Wäldern angebracht: als erster Schritt zu einem respektvollen Umgang mit der Natur, den Pflanzen und Tieren, der Waldbesitzerschaft und den Besuchenden, heisst es in der Medienmitteilung der Arbeitergemeinschaft für den Wald vom 22. November 2018.

Gezeichnet wurden die Cartoons von Max Spring.

Gezeichnet wurden die Cartoons von Max Spring.

Bild: Bruno Kissling

Unter den von Max Spring gezeichneten Cartoons finden sich zehn Benimmregeln: von «wir beschädigen und hinterlassen nichts» über «wir sind uns der Gefahr in der Natur bewusst» bis hin zu «wir respektieren die Nachtruhe im Wald».

Doch wie kam es zum Wald-Knigge-Pfad in Fulenbach? In den letzten zwei Jahren seien aufgrund der Coronapandemie die Lager für die Kreisschule Gäu ausgefallen, meint der 50-jährige Wyss. Deshalb habe man jeweils eine Projektwoche ins Leben gerufen.

«Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wie man die Schüler für diese Woche beschäftigen kann»,

erklärt Wyss. Die Knigge-Pfad-Idee sei in Zusammenarbeit mit Beat Steffen, Förster der Firma Ruholz AG, entstanden und daraufhin der Kommission vorgelegt worden. So kam es dazu, dass sich die erste Oberstufe der Kreisschule Gäu während der Projektwoche Mitte Oktober 2021 in den Wald begab. Eine kleine Gruppe der Klasse habe dann die Schilder angebracht, sagt Wyss. Obwohl die Waldtage von Wetterpech verfolgt wurden, sei der Humor bei den Schülern kaum wegzudenken gewesen.

«Wie ich gehört habe, war es sehr interessant für die Schüler, mal etwas für die Öffentlichkeit und die Natur zu machen», bekräftigt der Fulenbacher. Auch aus der Bevölkerung habe man bislang nur positive Rückmeldungen auf das Projekt erhalten.

Startpunkt des Wald-Knigge-Pfades ist das Fulenbacher Waldhaus.

Startpunkt des Wald-Knigge-Pfades ist das Fulenbacher Waldhaus.

Bild: Bruno Kissling

Aber wie funktioniert der Pfad? Startpunkt ist das Waldhaus in Fulenbach: Die Waldbesuchenden treffen dort auf den ersten Posten und auf eine Standortübersicht. Von da aus können sich Gross und Klein auf eine Tour durch den Wald begeben. So kann ein Posten nach dem anderen besucht werden.