Fulenbach
Hüttenwartepaar wird nach 20 Jahren feierlich verabschiedet

Yvonne und Urs Wyss-Widmer gaben nach 20 Jahren das Waldhaus in Fulenbach weiter. Die Waldhütte wurde fast zu einem Teil der Familie.

Felix Ott
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Yvonne und Urs Wyss-Widmer, ehemalige Hüttenwarte des Waldhaus Fulenbach.

Yvonne und Urs Wyss-Widmer, ehemalige Hüttenwarte des Waldhaus Fulenbach.

Unbekannt / Oltner Tagblatt

Vor 20 Jahren wurden Yvonne und Urs Wyss-Widmer die Hüttenwarte des 1961 erbauten Waldhauses in Fulenbach. Die erste Vermietung, die das Ehepaar betreute, sorgte gleich für eine Überraschung. Denn der Mieter war der eigene Sohn. Er wusste damals noch nicht, dass seine Eltern den Posten übernommen hatten und wollte im Waldhaus seinen Polterabend feiern, erzählt Yvonne Wyss-Widmer auf Anfrage.

Über die Jahre sei das Waldhaus fast zu einem Teil der Familie geworden. Zahlreiche Geburtstage, Taufen, Weihnachtsfeiern und andere Feste, der Familie Wyss-Widmer, wurden selbstverständlich im Waldhaus begangen.

«Das Hüsli ist mit uns gewachsen»,

sagt die ehemalige Hüttenwartin. Denn die rund 70 Buchungen pro Jahr, die das Ehepaar betreute, seien nicht selbstverständlich. Zuvor sei das Waldhaus in keinem guten Zustand gewesen und wurde nur wenig gebucht. Erst durch das Engagement des Hüttenwartepaares, das diverse Umbauten durchführte, wurde das Waldhaus zu einem beliebten Eventlokal Fulenbachs.

Nach 20 wunderschönen Jahren sei es dann doch an der Zeit gewesen sich zur Ruhe zu setzen. Deshalb veranstaltete die Gemeinde eine Abschiedsfeier. Gerade die körperliche Arbeit alleine im Wald hätte bei einem Notfall schlimme Folgen haben können, erzählt die 72-jährige. Ihr Mann Urs Wyss-Widmer (75) sei vor allem für die Aussenbereiche zuständig gewesen, während sie sich um das Innere der Hütte und um die Bepflanzung gekümmert habe. Den beiden bereitete die Arbeit im Waldhaus stets viel Freude, betont Yvonne Wyss-Widmer.

«Das Waldhaus ist wie unser zweites Zuhause. Es ist als würde ich in unseren Garten gehen»,

sagt die Hüttenwartin. An eine Geschichte erinnert sie sich besonders gerne. Als sie eines Morgens zum Waldhaus ging, fand sie einen schnarchenden Velofahrer in einem Schlafsack vor der Hütte. Sie schlich sich in hinein und setzte Kaffee auf. Als der Radfahrer erwachte beschloss dieser kurzerhand Gipfeli zu besorgen. Anschliessend frühstückten sie zusammen beim Waldhaus, erzählt Yvonne Wyss-Widmer.

Kaum negative Erfahrungen gemacht

Am meisten werde das Hüttenwartepaar solche Begegnungen vermissen. Die Gäste, die sie oft auch auf der Strasse auf das Waldhaus ansprachen, machten die Tätigkeit besonders schön, sagt Wyss-Widmer. Generell habe das Paar kaum negative Erfahrungen mit den Mietern gemacht. Die Hütte werde in 99 von 100 Fällen in perfektem Zustand abgegeben.

Für die Zukunft des Waldhauses wünscht sich Yvonne Wyss-Widmer, dass alles so gut laufe wie bisher. Den neuen Hüttenwarten, Martina Schlosser und Roland Spielmann, ebenfalls liiert, wünschen Yvonne und Urs Wyss-Widmer viel Erfolg.

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