Fulenbach
Ab 2025 gibt’s in Fulenbach eine «Internetautobahn» in die Stube

Die Gemeindeversammlung Fulenbach heisst positive Rechnung und ein Auslagerungsreglement über Bau, Betrieb und Unterhalt des Breitbandnetzes gut.

Urs Huber
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Glasfaserkabel sorgen für schnelle und leistungsfähige Internetverbindungen.

Glasfaserkabel sorgen für schnelle und leistungsfähige Internetverbindungen.

Steffen Schmidt / KEYSTONE

«Fiber to the Home»: so etwas wie die Zauberformel für Enthusiasten der schnellen und leistungsstarken Internetverbindung. In Deutsch: Glasfaser(verbindung) bis in die Wohnung. In Fulenbach hat der Souverän an der Gemeindeversammlung am Donnerstagabend den Startschuss zum Projekt gegeben, welches eben diese Verbindungsform ab 2025 ermöglicht. Was andernorts zu wortreichen Auseinandersetzungen führt, geht in Fulenbach offenbar ruckzuck. Einstimmig haben die rund zwei Dutzend anwesenden Stimmberechtigten das dazugehörige Auslagerungsreglement gutgeheissen. Im Dezember letzten Jahres nämlich hatte die Gemeindeversammlung via Statuten die Elektra Fulenbach mit einer neuen Aufgabe im Kommunikationsbereich betraut.

Die örtliche Fernsehgenossenschaft konnte die Aufgabe einer Aufrüstung ihres Netzes mit Investitionen von rund 2,5 Mio. Franken nicht stemmen, was zu einem Kundenverlust führen würde, während die Elektra über ein Netz und Anschlüsse in sämtliche Haushaltungen verfügt und ebenfalls vor technologischen Aufrüstungsaufgaben steht. Nun geht die Fernsehgenossenschaft, die sich später auflösen wird, quasi in der Elektra auf. Zur Aufrüstung im Netzbereich (Glasfaser) wird die Elektra Fulenbach eine eigene Unternehmung (ComNet Fulenbach) gründen und das Eigenkapital von 100'000 Franken stellen. Die Fernsehgenossenschaft hatte der Netzübertragung an die Elektra vorgängig zugestimmt.

Nur einmal eine Gegenstimme

Lediglich einmal, beim Geschäft um die Beschaffung einer für die Schulen Fulenbach aktuellen Kommunikationstechnologie (127'520 Franken), war eine Gegenstimme zu notieren. Alle andern Geschäfte wie etwa der Zusatz- und Nachtragskredit für den gedeckten Pausenplatz mit neuem Reinigungs- und Lehrerzimmer in der Schulanlage Salzmatt (insgesamt rund 146'600 Franken) sowie die Teilrevision des schulärztlichen Reglementes passierten einstimmig.

Es gab auch keinen Grund für Opposition. Gemeindepräsident Thomas Blum hatte das Rechnungsjahr «als rundum erfreulich» bezeichnet, was Verwaltungsleiter Jörg Nützi bei der Präsentation der Rechnung zementierte. Der nach einer ersten Lesung des Rechnungsabschlusses prognostizierte Ertragsüberschuss von rund 500'000 Franken erlaubte, so genannte «Abschlussmassnahmen» zu vollziehen, die letztlich noch zu einem Ertragsüberschuss von gut 78'000 Franken führten. Selbst Investitionen (93'5000 Franken), die «unsere finanziellen Möglichkeiten deutlich übersteigen», wie sich Nützi mit Hinweis auf den ungenügenden Selbstfinanzierungsbeitrag (45 Prozent) ausdrückte, lösten keine Besorgnis aus, da «genügend finanzielle Reserven vorhanden waren.»

Nur Forstrechnung im schiefen Licht

Überschüsse im vier- oder fünfstelligen Bereich resultierten auch bei allen Spezialfinanzierungen, sieht man von der Forstrechnung (–17'246 Franken) ab. Der erstmalige Aufwandüberschuss seit 2013 wurde an verstärkten Anstrengungen bei Baumpflanzaktionen festgemacht. Die Rechnung der Elektra Fulenbach schloss mit einem im Vergleich zum Vorjahr etwa halbierten Gewinn (42'800 Franken). Allerdings hatte der Energieversorger nicht sämtliche Preiserhöhungen bei der Energiebeschaffung an die Endverbraucher weitergegeben, sondern diese mit 36'000 Franken aus dem Jahresgewinn abgefedert. Der Preis für eine Kilowattstunde lag fürs Rechnungsjahr 2020 mit 19,23 Rappen fast 14 Prozent höher als in der Vergleichsperiode zuvor.

Zu Schluss der Versammlung wurde Gemeinderat Willy Bhend verabschiedet, der nach Niedergösgen umgezogen ist und während 16 Jahren dem Rat angehörte.

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