Knapp vor der Jahrtausendwende begann in Olten die Epoche des Open-Air-Kinos. Damals noch in der Schützi. Dann zogen die Macher des Freiluft-Lichtfilmfestivals im letzten Jahr an die Kirchgasse. Näher am Puls der Stadt: In etwa so liessen sich die Beweggründe des Umzugs umschreiben, welche die Macher rund um Konrad Schibli und Roger Brogli von Youcinema antrieben. Nun steht nach bloss einjährigem Aufenthalt wieder ein Ortswechsel an. «Film ab!» heisst es heuer auf dem Platz der Begegnung, einen halben Steinwurf von der Kirchgasse entfernt.

Mehr Bewegungsfreiheit

Roger Brogli von Youcinema erklärt, weshalb der Spielort bereits nach einjährigem Intermezzo gewechselt wird. «Zum einen war die Lage zwischen ‹Gryffe› und Naturmuseum irgendwie doch zu eng, sodass – vor allem bei grosser Belegung der Plätze – die Bewegungsfreiheit der Gäste in den Pausen massiv eingeschränkt war.» Und dann gabs hie und da auch noch gewisse Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen «Gryffe»-Gästen und Cineasten? «Das stimmt, das kam vor», sagt Brogli. Aber das sei für den Standortwechsel nicht ausschlaggebend gewesen. Mit dem neuen Wirt Remo Buchser vom Restaurant Astoria und dem «Magazin» ist die Situation bereits besprochen. «Er wird eine Reihe von Tischen für Kinogäste reservieren», sagt Brogli. Reservationen seien im «Gryffe» nicht möglich gewesen.

«Zum Zweiten wollten wir die Zahl der Vorführungstage wieder aufstocken», so Brogli weiter. Denn sei die Infrastruktur einmal aufgestellt, komme es auf vier oder fünf Spieltage mehr nicht an. Heuer sind es deren 19. Diese Programmausweitung ist für den «Gryffe» aus personeller Sicht nicht zu bewältigen gewesen. Und begleitend zu den erwähnten Überlegungen habe noch ein anderer Gedanke für den Standortwechsel gesprochen. «Es ist vielleicht nicht schlecht, wenn man als Veranstalter auch Rücksicht nimmt auf die Bewohner der Umgebung. Es kommt im Laufe des Sommers auf der Kirchgasse einiges zusammen», räumt Brogli ein.

Ein Jahr Platz der Begegnung

Haken bei der aktuellen Lösung: Der Platz der Begegnung ist nur heuer zu nutzen. Grund: Im kommenden Jahr wird ein Grossteil davon als Stellraum für die Infrastruktur Umbau Haus der Museen gebraucht, wie Stadtschreiber Markus Dietler sagt. Dann ist das Open-Air-Kino wieder heimatlos. Aber Brogli ist nicht bange. Wir haben eine Alternative in Aussicht», sagt er. Welche? Fragerei zwecklos. Der Mann versteht es, Geheimnisse zu wahren.