Ohne eine philosophische Grunddiskussion zu führen, kann man sich fragen: «Wer ist denn der Verursacher?» Ist es der Konsument, der Verkäufer, die Verpackungsindustrie oder gar der Gesetzgeber, der Verpackungsvorschriften erlässt? Die Frage ist nicht immer einfach zu beantworten. Und Bussen für Wegwerfvergehen sind mehrheitlich wirkungslos, weil die Abfallsünder unerkannt bleiben. Darum sucht die Gemeinde Schönenwerd nun das Gespräch mit den Exponenten in dieser Verursacherkette. Den Anfang macht der Coop-Pronto-Shop bei der Tankstelle an der Gösgerstrasse.

Verhaltenskodex für Verkaufsstellen

Der Kodex wird in sechs grundsätzlichen Abschnitten durch die Umwelt- und Gesundheitskommission vorgestellt. Die Fragen «Warum ein Verhaltenskodex?», «Welche Abfallarten sind Gegenstand des Kodex?», «An wen richtet sich der Kodex?», «Welche Leistungen sind Gegenstand des Kodex?», «Wie geht man vor, um den Kodex umzusetzen?» und «Was bringt die Unterzeichnung des Kodex dem Betrieb?» wurden in Gesprächen mit der Leitung des Coop-Pronto-Shops erörtert und schliesslich in eine Vereinbarung aufgenommen. Dabei zeigte sich, dass Coop an einer sauberen Umgebung des Verkaufsladens genauso interessiert ist wie die Gemeinde. Das Erscheinungsbild gewinnt, und der Ruf der Verkaufsstelle und damit auch der Gemeinde verbessert sich.

Kürzlich wurde die Vereinbarung durch Gemeinderätin Käthi Walde, Ressortleiterin Umwelt/Sicherheit, und Saniye Yildirim, Leiterin Coop Pronto, unter dem Beisein von Karin Reisenbauer, Aktuarin der Umwelt- und Gesundheitskommission, unterzeichnet. Die Parteien verpflichten sich zu folgenden Leistungen: Der Betrieb stellt vor dem Geschäft einen Sammelbehälter für PET, Alu und Batterien auf, die Abfalleimer auf dem Areal werden durch das Ladenpersonal geleert und die nicht einsehbaren Parkplätze auf den Seiten der Coop-Tankstelle werden beleuchtet.

Gemeinde gibt etwas zurück

Dafür wird durch die Gemeinde im Bereich Richtung Aare noch ein zusätzlicher Abfalleimer montiert, der durch die Gemeinde geleert wird. Für das im Herbst anfallende Laub von den im Bereich der Tankstelle stehenden Bäumen erhält Coop zehn Grüngutmarken. Weiter wird vereinbart, dass das Coop-Tankstellenareal vom Personal gereinigt wird, und zwar grundsätzlich einmal täglich. Das anfallende Wischgut kann bei Bedarf beim Werkhof der Gemeinde abgeliefert werden. Die tägliche Reinigung des Trottoirs ist Aufgabe der Gemeinde. Zweimal pro Jahr platziert Coop Litteringplakate, die auf die Abfallproblematik aufmerksam machen. Diese Plakate werden von der Gemeinde zur Verfügung gestellt.

Nach der Vereinbarung, welche die Abfallfrage bei Grossanlässen regelt, konnte nun wieder eine Abmachung getroffen werden, die eine Beruhigung in der Litteringfrage bringt. Es zeigt sich, dass die Gemeindebehörde auf dem rechten Weg ist, indem man mit den Betreibern von Verkaufsstellen von Essen und Trinken, das auf der Strasse konsumiert wird, spricht und mit ihnen Lösungen des Problems sucht. Mit Coop ist dies möglich geworden. Es ist zu hoffen, dass andere Verkaufsstellen folgen.