Olten

Für viele Parkuhren ist die Zeit abgelaufen – bald folgt Parkieren ohne Bargeld

Auch das Modell Presto wird aufgewertet; 19 Stück dieses Modells gehören zur Parkuhrenflotte der Stadt.

Auch das Modell Presto wird aufgewertet; 19 Stück dieses Modells gehören zur Parkuhrenflotte der Stadt.

Noch in diesem Jahr will der Stadtrat von Olten den Bestand an Parkuhren erneuern beziehungsweise aufrüsten. Rund 200'000 Franken sind dafür vorgesehen. Teils erfahren sie eine Aufwertung, teils werden neue beschafft.

Wie sang Mani Matter, der bekannteste unter den damaligen Berner Troubadours: «Bimne Parkingmeter ha, ni mys Outo welle la, aber ha kes Zwänzgi gha, für bim Gältschlitz ynezla. Ja, was machen ig jitz da, hani dänkt, i chönnti ja, schnäll zur Poscht am Egge gah, mir es Zwänzgi wächsle la.»

Das Ende vom Lied: Das fehlende Zwänzgi verhindert den Gebrauch des Parkplatzes, weil ein Gang zur Post ohne die Fütterung des Parkingmeters eine widerrechtliche Nutzung des Parkplatzes bedeutet hätte. Das war vor bald 50 Jahren. Seither hat sich doch einiges verändert in der Welt der Parkingmeter.

Wiederbelebung eines Kredits

203'000 Franken hat der Oltner Stadtrat in diesen Tagen bewilligt. Für Aufrüstung und Neubeschaffung von Parkuhren. Jetzt als Nachtragskredit, weil im Jahr 2017 zwar eine Investition von 230'000 Franken gesprochen wurde, von dieser aber lediglich eine defekte Parkuhr ersetzt wurde. Dann unterbrach die Exekutive das Beschaffungsprogramm wegen der Projektierung des Parkleitsystems und der Kredit erschien in der Folge nicht mehr im Budget 2018.

Irrtümlicherweise auch nicht im Budget 2019. Was jetzt eben den Nachtragskredit notwendig macht. Der Stadtrat geht im Übrigen davon aus, dass die Nachtragssumme für die Umsetzung des Projekts vollumfänglich benötigt wird, da unter anderem auch Tiefbauarbeiten notwendig werden.

Von den heute knapp

60 existierenden Parkuhren, die rund 1000 öffentliche Parkplätze bewirtschaften helfen, fallen mit der Neuorientierung rund 20 Zahlstationen weg. «Das heisst aber nicht, dass Parkplätze wegfallen», so Stadtschreiber Markus Dietler, «sondern dass eine Parkuhr für mehrere Parkfelder genutzt werden kann.»

20 Parkuhren werden neu angeschafft. Darunter sind deren 16 mit Solaraenergie betrieben, deren 4 werden ans Stromnetz angeschlossen. 26 Uhren werden aufgerüstet. Die Kosten dafür belaufen sich auf gut 70'000 Franken und machen damit etwas weniger als die Hälfte der gesamten Beschaffungskosten von 168'000 Franken aus. Den Rest des Nachtragskredits beanspruchen Konfiguration, Zubehör und der Tiefbau.

Die Station füttern, wie man will

An allen Stationen besteht dann die Möglichkeit, die Gebühr via Bargeld oder bargeldlos zu begleichen. «Wir wurden im Zuge der Neuorientierung von vielen Nutzern gebeten, doch die Möglichkeit des Zahlens mit Bargeld weiter zu gewährleisten», sagt der Stadtschreiber auf Nachfrage. Bis Ende des laufenden Jahres soll die Erneuerung abgeschlossen sein. Der Einsatz einer alphanumerischen Tastatur etwa zur Eingabe des Kontrollschildes ermöglicht situativ weitere Funktionen wie zum Beispiel die freie Wahl der Parkzeit. Ab wann man via App bezahlen kann, ist derzeit noch offen. Im Stadthaus geht man aber davon aus, dass dieser Schritt in naher Zukunft folgt. «Es ist natürlich schwierig zu sagen, aber im Laufe des kommenden Jahres ist mit der Einführung dieses Angebots zu rechnen», sagt Dietler.

Keine Luxuslösung, aber eine dringliche

«Bei der Überarbeitung des Parkuhrenprojekts handelt sich um keine Luxuslösung», steht im Stadtratsprotokoll zu lesen. Der technische Fortschritt mache auch bei den Parkuhren nicht halt. Heutige Uhren seien miteinander vernetzt, bedeutsame Daten, Auswertungen und Änderungen könnten in einem Betreiberportal eingesehen und vorgenommen werden. «Das Oltner Parkuhrennetz bedarf einer Modernisierung und Straffung, um Kundenbedürfnissen gerecht zu werden und die Arbeitszeit für Fehlersuche, Entleerung, Unterhalt sowie Kosten etwa für Ticketrollen und Unterhalt zu sparen.»

Es sei unabdingbar, dass sämtliche Parkuhren in dasselbe Online-System eingebunden und mit denselben Komponenten versehen würden. Kommt hinzu, so der Stadtrat weiter, dass der interne Jahreskalender bei 25 Modellen Ende Jahr ausläuft und diese ab 1. Januar 2020 nicht mehr einsatzfähig sind und sich eine Aufrüstung nicht rechnet. Auch damit begründet der Stadtrat die Dringlichkeit des Geschäfts.

Autor

urs huber

urs huber

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