Nicht ganz überraschend stiess der Vorstoss von SVP-Gemeinderat Ernst Eggmann, den Rötzmatttunnel für den Fuss- und Veloverkehr ins neue Quartier Olten SüdWest für wenig Geld sanft zu sanieren (wir berichteten), auf ein gewisses Wohlwollen bei den anderen Parteien. Denn die 15 Millionen teure Stadtteilverbindung Hammer ist vorerst auf Eis gelegt.

FDP-Fraktionssprecher Daniel Probst sagte am Donnerstagabend im Parlament: «Wir hegen Sympathie für dieses Postulat.» Es sei richtig, dass man Alternativen zur Stadtteilverbindung Hammer prüfe. Sogar von linker Seite erhielt Eggmann Sukkurs: «Grundsätzlich ist der Rötzmatttunnel auch eine wichtige Verbindung nach Olten SüdWest, vor allem für Pendler ist es der direkteste Weg an den Bahnhof», hielt SP-Fraktionssprecherin Marion Rauber fest. Als Alternative zur Stadtteilverbindung Hammer sehe die SP den Rötzmatttunnel allerdings nicht.

Bei der CVP/EVP/GLP-Fraktion kippte die anfängliche Sympathie in Ablehnung: «Einen Vorteil für den Fuss- und Veloverkehr gibt es kaum, und der Nachteil für die Autofahrer ist wegen Rückstau zu gross», sagte Sprecherin Heidi Ehrsam. Keine Freude hatten auch die Grünen: Die Idee habe zwar einiges für sich, doch die Nachteile für den Langsamverkehr wie die ERO-Überquerung bleibe bestehen, so Sprecherin Beate Hasspacher. «Wir setzen auf die Realisierung der Stadtteilverbindung Hammer.»

In einzelnen Voten wurde zudem klar, dass der Vorstoss noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Die FDP störte sich etwa daran, dass der Rötzmatttunnel nur noch einspurig befahren werden soll, was zu Rückstau führen könnte. Der SP fehlte eine Gesamtschau, weil die Kreuzung vor dem Tunnel bereits jetzt zum Teil überlastet sei. Ferner gab es den Vorschlag, das Trottoir im Tunnel auf die andere Seite zu verlegen, damit die Fussgänger nur die ERO überqueren müssten und nicht noch zusätzlich den Rötzmattweg.

Dank der Flexibilität von Postulant Eggmann – er beharrte nicht auf der Einspurigkeit durch den Tunnel – wurde der Vorstoss gegen den Willen des Stadtrats schliesslich mit 26 Ja zu 13 Nein bei 6 Enthaltungen überwiesen.

Die Diskussion wird demnächst auf die Kreuzung vor dem Rötzmatttunnel ausgeweitet: Dazu reichte Grüne-Gemeinderat Raphael Schär in der Sitzung ein Postulat ein. Er will unter anderem von der Stadt prüfen lassen, ob eine durchgängige Grünphase über beide Fussgängerstreifen eingeführt werden könnte, um ein wildes Überqueren zu vermeiden.