Ein verbesserter Zugang zur Aare wurde in der Stadt Olten immer wieder gefordert. Im Zentrum des Interesses stand bisher vor allem das rechte Aareufer rund um den Ländiweg, das von der Abendsonne profitiert. Die Bevölkerung hatte 2011 mit klarem Mehr das 25-Millionen-Projekt Andaare bewilligt, welches die Aufwertung des Bereichs zwischen Bahnhofterrasse und Alter Holzbrücke zur Folge gehabt hätte. Aus finanziellen Gründen verzichtete der Stadtrat dann auf eine Umsetzung. Derzeit ist ein überparteilicher Vorstoss hängig, der im Zuge der Bahnhofquai-Sanierung durch den Kanton eine kostengünstigere Aufwertung des Ländiwegs fordert.

Doch zuerst ist nun die linke Uferseite an der Reihe, die von der Morgensonne beschienen wird. Der Abschnitt zwischen Badi und Gäubahnbrücke muss wegen der abrutschenden Böschung saniert werden. Der Betonuferpfad wird von Wasser unterspült, viele Befestigungssteine wurden inzwischen weggespült und auch einige Bäume sind bereits umgefallen.

Im Rahmen dieser Sanierung, die im Herbst 2019 beginnen soll, wird der Abschnitt zwischen Gäubahnbrücke und Pontonierhaus für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es soll ein «Naherholungsangebot» geben, heisst es in der gestrigen Mitteilung der Stadtkanzlei. Im Frühling 2020 soll die Sanierung des Hangs abgeschlossen sein. Ab dann laden die neuen Sitztreppen aus Jurakalkblöcken die Bevölkerung zum Verweilen ein. Zudem haben die Aareschwimmer so einen neuen Zugang zum Gewässer. Die Räume zwischen den Steinen werden begrünt und der Hang mit einheimischen Hochstammbäumen bepflanzt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Projekt Treppe zum Fluss bei Pontonierhaus Olten zwischen Gäubahnbrücke und Badi - 10-2018

So präsentiert sich die Situation heute.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Projekt Treppe zum Fluss bei Pontonierhaus Olten zwischen Gäubahnbrücke und Badi - 10-2018

«Es ist eine gute Möglichkeit, mit geringen finanziellen Zusatzmitteln einen Zugang zum Wasser zu ermöglichen», sagt Stadtrat Thomas Marbet als Vorsteher der Baudirektion auf Anfrage. Mehrere Zehntausend Franken betragen die Mehrkosten dafür, die vor allem für die unterschiedlichen Steinblöcke anfallen. Insgesamt soll das Parlament in der Novembersitzung einen Kredit in Höhe von 1,68 Millionen Franken genehmigen. Darin enthalten sind neben der erwähnten Ufersanierung auch eine neue Einwasserungsstelle. Zum einen für Institutionen wie die Kantonspolizei, zum anderen auch für Private, allerdings gegen eine Gebühr.

Zudem wird die Einwasserungsstelle für Lastwagen zugänglich und mit einem Kran ausgerüstet sein, sodass auch schwere Geräte für Bauvorhaben im und am Wasser eingelassen werden können. Unterhalb des Pontonierhauses in der Nähe der Badi bleibt die Böschung nach der Sanierung hingegen möglichst naturbelassen. Das Ufer soll Kleinstlebewesen als Lebensraum, Fischen als Laichplatz und Vögel als Nistplatz dienen. Für die Bevölkerung ist in diesem Bereich kein Zugang vorgesehen.

Luc Nünlist ist erfreut

Luc Nünlist von der Fraktion SP/Junge SP hat mit seinem Vorstoss, der vom Parlament erheblich erklärt wurde, eine öffentliche Zugänglichkeit des Bereichs beim Pontonierhaus angeregt. Auf Anfrage zeigt er sich über das vom Stadtrat vorgeschlagene Projekt «sehr erfreut». In seinen Augen muss der Schwerpunkt aber ganz klar beim öffentlichen Zugang liegen. «Zuerst muss das Bedürfnis der Bevölkerung befriedigt werden und in zweiter Linie jenes vom Pontoniersportverein», so Nünlist.

Die Boote der Pontoniere werden auch künftig am Ufer angebunden sein. Aber: «Es bleibt genügend Platz, um ins Wasser zu gelangen», sagt Stadtrat Marbet. Gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar war der Präsident des Pontoniersportvereins Olten.