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Fuchs, Reh, Wildschwein– nehmt euch wohl in Acht ...

Ab 1. Oktober bis 15. Dezember ist wieder Jagdzeit;zunehmend mehr Frauen schlüpfen dabei in der Rolle der Jägerschaft.

Roland Büttiker
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Hochzeit wieder für Jäger, Treiber und Hunde: Ab morgen startet die herbstliche Treibjagd.

Hochzeit wieder für Jäger, Treiber und Hunde: Ab morgen startet die herbstliche Treibjagd.

ZVG

Während der Herbsttage finden in unseren Wäldern die Treibjagden statt. Diese Jagdart ist jedoch ganz und gar kein Spaziergang durch den Wald. Neben einer umfassenden Vorbereitung ist viel Fachwissen, Geduld, Wetterfestigkeit und eine gute Kondition Voraussetzung. Trotz dieser harten Bedingungen finden in letzter Zeit auch vermehrt Frauen gefallen an der Jagd.

Die Organisation einer Treibjagd verlangt schon allein aus Gründen der Sicherheit eine fast generalstabsmässige Vorbereitung. Es ist ein Zusammenwirken von Jägern, Treibern und Jagdhunden. Dabei ist jedem der Teilnehmer vor Jagdbeginn klar, welche Position er einzunehmen hat und welche Sicherheitsfaktoren zu beachten sind. Auch weiss jeder Teilnehmer, dass er nicht alleine im Wald ist und er immer auch ein Auge auf Pilzsammler, Radfahrer, Wanderer und andere Waldnutzer haben muss.

Jagen heisst Geduld haben

Vor Beginn einer Treibjagd, heisst es deshalb immer, die umfangreichen Sicherheitsbestimmungen vom Jagdleiter erklärt zu bekommen. Da wird nichts dem Zufall überlassen. Im Weiteren kommen noch Informationen über die Tierarten die beschossen werden dürfen und wie der Tagesablauf ist. Erst wenn alle Beteiligten informiert sind und jedermann mit der geforderten roten Warnkleidung ausgestattet ist, kann die Jagd beginnen.

Wer nun aber glaubt, da werde jetzt im Wald wild herumgeschossen und es würden wahllos Tiere abgeknallt, der irrt gründlich. «Im Gegenteil, jagen heisst neben der anspruchsvollen Ausbildung und einer seriösen Vorbereitung, vor allem warten und Geduld zeigen», erklärt Jagdleiter Stefan Probst. So ist es keine Seltenheit, dass der einzelne Jäger gut und gerne sechs Stunden auf der Jagd ist – ohne einen einzigen Schuss abzugeben.

Die Jagdgesellschaften kennen ihren ungefähren Wildbestand. Aufgrund dieses Wissens wird entschieden, wie viele Rehe geschossen werden dürfen, um einen auf die vorhandenen Lebensbedingungen angepassten Wildbestand zu erhalten. Eine Anpassung ist deshalb notwendig, weil nach den Geburten im Mai der Wildbestand zu hoch ist. Zu viele Rehe würden Schäden an den landwirtschaftlichen und forstlichen Kulturen anrichten. Zudem würde die Zahl der getöteten Rehe durch Kollisionen mit Autos ansteigen. Das soll vermieden werden.

Die Jagdgesellschaft Gäu hat im Herbst 2014 acht Jagdtage geplant. Dabei sollen im Schnitt etwa vier Rehe erlegt werden. Dies scheint auf den ersten Blick wenig, ist aber nicht immer so einfach zu erreichen, weil das Reh immer auch seine Chance hat den Jägern zu entgehen. Sollte der angestrebte Abschuss der Rehe bereits am sechsten Jagdtag erreicht sein, so werden die restlichen Tage nicht benötigt und die Jagd ist dann vorbei.

Jägerinnenquote nimmt zu

Es gibt nicht mehr viele Männerdomänen. Aber auf dem Hochsitz lauern, Treibjagden zu veranstalten und Waffen zu vergleichen gehörten bisher unbedingt dazu. Bisher - denn die Zahl der Jägerinnen, die sich zu den Prüfungen anmelden, steigt in der Schweiz kontinuierlich an. Man rechnet, dass von den ca. 30 000 aktiven Jägern etwa 1500 Frauen sind. Das sind fünf Prozent. Allerdings schwanken die Zahlen je nach Gebiet. Im Kanton Bern beträgt der Frauenanteil mittlerweile 18 Prozent. Im Kanton Solothurn sind es knapp drei Prozent Frauen, die jagen. Von den etwa 774 Jägern im Kanton Solothurn sind es genau 34 Frauen die 2014 den Jagdpass gelöst haben. Das ist gesamtschweizerisch gesehen leicht unter dem Schnitt. Wieso es noch so wenige Frauen im Kanton sind, ist schwierig zu sagen. Vielleicht ist es der Unterschied zu den Patentkantonen wie Bern oder Wallis, wo jede Jägerin einen Jagdpass lösen und dann ihrem Hobby kantonsweit frönen kann? Es muss dabei nicht zwingend Anschluss an andere Jäger gesucht werden.

In Revierkantonen, wie es auch der Solothurn ist, muss Anschluss an eine Jagdgesellschaft gefunden werden. Denn hier pachtet eine Jagdgesellschaft ein bestimmtes Gebiet, hegt und bejagt es. Vielleicht ist das die momentan noch herrschende Barriere.

Es ist jedoch kein Geheimnis, dass die Anzahl der Jäger im Kanton Solothurn stetig etwas abnimmt und manche Jagdgesellschaft Probleme hat Nachwuchs zu finden. Da käme eigentlich die Hilfe vom «schwachen» Geschlecht wie gelegen und einige Jagdgesellschaften würde es sicher freuen, wenn es vermehrt Frauen in ihrer Freizeit in den Wald ziehen würde.

Jedenfalls sind die Jägerinnen im Hegering Olten-Gösgen-Gäu sehr gut in die jeweiligen Jagdgesellschaften integriert. Im Revier Homberg zum Beispiel wird seit längerem das zentrale Jagdleiteramt erfolgreich von einer Frau ausgeübt.

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