Peter Fromm und seine Frau Mechtild Storz-Fromm können heuer ein gemeinsames Jubiläum feiern: 15 Jahre pastoraler Dienst in der römisch-katholischen Pfarrei St. Marien Olten/Starrkirch-Wil. Seit 1998 wirkt Peter Fromm hier als Gemeindeleiter, Mechtild Storz-Fromm als Religionspädagogin.

Im Januar 1998 beschloss der Kirchgemeinderat, Peter Fromm als einzigen Kandidaten für die Wahl zum Gemeindeleiter zu empfehlen. Am folgenden 7. Juni wurde er an der Urne ehrenvoll in dieses Amt gewählt.

Der 1950 in Heilbronn geborene Peter Fromm studierte Theologie an den Universitäten Tübingen und Münster. Von 1980 bis 1986 führte er die Pfarrei Auenwald im Grossraum Stuttgart. Mechtild Storz absolvierte die Ausbildung in Religionspädagogik und Gemeindepastoral in Freiburg i.Brg.

1987 heirateten Mechtild Storz und Peter Fromm, mit der Konsequenz, dass Fromm sein Priesteramt aufgeben musste und auch seine Frau ihre Anstellung verlor. Nach einem Wechsel in die Öffentlichkeitsarbeit wurde Fromm 1991 zum Geschäftsführer des Stadtdekanats Stuttgart berufen.

In der Zwischenzeit wuchs die Familie; es kamen drei Kinder auf die Welt. Sie arbeitete als Mutter mit einem kleinen Pensum Religionsunterricht. Schliesslich reifte im Ehepaar Fromm-Storz der Wunsch, gemeinsam eine berufliche Aufgabe im Pastoraldienst zu übernehmen.

In Olten ergab sich die Chance, diese Pläne zu verwirklichen. So wechselte es 1998 ins Pfarrhaus an der Kreuzstrasse und Peter Fromm wurde Gemeindeleiter von St. Marien. Für die Katholiken der rechten Aareseite war es neu, dass ihre Pfarrei nicht mehr von einem Pfarrer geführt werden sollte.

Gute Zusammenarbeit

Verantwortlicher Priester für St. Marien war damals Bruder Francesco Christen. «Die Zusammenarbeit mit den Kapuzinern hat von Anfang an gut geklappt», bestätigt Fromm. Inzwischen spendet Bruder Josef Bründler die Sakramente. Bis heute funktionieren Mechtild und Peter Fromm mit dem Kapuzinerpater als gut eingespieltes Dreigespann.

Als die Pfarrwahlkommission ihm damals den Stellenbeschrieb vorlegte, stellte Peter Fromm fest, dass ein wichtiger Punkt fehlte; Hausbesuche waren nicht erwähnt. Als er darauf hinwies, reagierten die Kommissionsmitglieder zuerst einmal mit leichtem Misstrauen, erinnert sich Fromm.

Dabei ging es ihm nicht ums Kontrollieren oder Missionieren. Vielmehr entspricht es seinem Verständnis der Seelsorge, den Kontakt zu suchen. Er stelle sich nicht in die Kirche und warte, dass die Gläubigen kommen, sondern er gehe hin zu ihnen, versichert Peter Fromm. Dies deckt sich auch mit dem Leitbild der Oltner Marienpfarrei, wie es im Mai 2012 vom Pfarreirat beschlossen wurde und wo steht: «Unsere Pfarrei geht auf Menschen ein und bringt ihre Lebenswirklichkeit zur Sprache».

In diesen Rahmen gehört auch, innerhalb der Kirche die anstehenden Reformen einzuleiten. Mechtild und Peter Fromm gehören zu den frühen Unterzeichnenden der Pfarrei-Initiative, welche offiziell nicht erlaubte, aber vielerorts praktizierte Formen und Inhalte öffentlich machen will.

Auch sonst brachten Mechtild und Peter Fromm-Storz frischen Wind in die zwei Jahre verwaist gewesene Pfarrei. Auf ihre Initiative hin wurde 1999 eine Sozialarbeiterinnen-Stelle geschaffen und dafür ein neues Büro eingerichtet. Seit 2003 wirkt Cornelia Dinh-Sommer als Sozialarbeiterin. Somit kann auch sie dieses Jahr ein rundes Arbeitsjubiläum feiern.

Zudem baute man damals den alten Pfarrsaal um und unterteilte ihn in drei Konferenzräume. Dadurch konnten eine Mütter-Väter-Beratung und Deutschkurse für Ausländerinnen angeboten werden. «Mir war von Beginn an wichtig, dass St. Marien ein Begegnungszentrum wird für alle Gruppen in der Gesellschaft», unterstreicht Gemeindeleiter Fromm.

Nach und nach…

Als Mechtild Storz nach Olten kam, waren die Kinder noch klein. Deshalb begann sie vorerst nur mit einem kleinen Pensum Religionsunterricht zu erteilen. Nach und nach übernahm sie mehr Unterrichtsstunden und weitere Aufgaben. Sie wurde zur geistlichen Begleiterin bei der Frauengemeinschaft und engagierte sich für den Weltgebetstag der Frauen. Sie führte das Sternsingen ein und war entscheidend beim Aufbau der ökumenischen Kindernachmittage und dem ökumenischen Bettagsgottesdienst für Klein und Gross in der Pauluskirche dabei.

«Die Ökumene liegt uns sehr am Herzen», betonen Mechtild und Peter Fromm-Storz, «von Anfang an haben wir Brücken gebaut zu den anderen christlichen Gemeinden und tun das heute weiterhin.»

Am Sonntag, 25. August, 10.45 Uhr, findet in der St. Marienkirche eine Messe als feierliches Gedächtnis des Weihetages statt.