Sanierung

Frischzellenkur für die Kanti Olten - Ein Rundgang auf der Grossbaustelle

Ein Rundgang durch die Baustelle der Kantonsschule Hardwald mit David Brunner, dem Gesamtleiter der Kanti-Sanierung.

David Brunner ist begeistert. «Dieser Kontrast zwischen dem Baum und diesem offenen Rohbau», schwärmt er, vor dem Hallenbad der Kanti Olten stehend. Der Architekt arbeitet beim Hochbauamt des Kantons, er ist als Gesamtprojektleiter für die 86 Millionen teure Sanierung der Kanti zuständig.

Das Hallenbad ist kaum mehr als solches zu erkennen. Über dem kleinen Becken blitzt der blaue Winterhimmel, die Fassade auf der Eingangsseite fehlt. Gleich neben dem Gebäude steht ein hoher Nadelbaum. Brunner zückt sein Handy für ein Foto. Das grosse Schwimmbecken sowie der gesamte Raum sind leer, keine Fliesen, kein gelbes Lüftungsrohr, keine dunkle Holzdecke.

«Es wird wieder eine Holzdecke geben», verrät Brunner. Aber eine helle. Das Hallenbad wird nach den Herbstferien 2017 wieder eröffnen. Bis dahin haben die Schülerinnen und Schüler das Glück oder Pech, auf den Schwimmunterricht verzichten zu müssen.

Abgesehen davon hat es jedoch höchste Priorität, dass Baustelle und Schulbetrieb so gut wie möglich aneinander vorbei gehen. «Der Bau- und der Schulbetrieb sind strikt getrennt», sagt David Brunner. Die Arbeiten sind so geplant, dass sie den Schulbetrieb so wenig wie möglich beeinträchtigen.

Neben dem Hallenbad sind momentan die Betonelemente der Aussenfassade dran. Vor den Herbstferien wurden die bis zu zehn Tonnen schweren Elemente vor den Fenstern der Mensa und den darauf liegenden fünf Stockwerken mit einem Kran abgehoben und ersetzt. In den Herbstferien waren die Hälfte der Elemente des kleinen Trakts an der Reihe.

Erfrischungskur für Betonelemente

Das Herz der Kanti Olten schlägt aus Beton und es schlägt noch weiter. «Dieser Beton ist unglaublich gut erhalten und einer der Gründe, weshalb ein Neubau nicht infrage kam», erklärt Brunner. Der Beton sei hochdicht damit sehr hart.

Deshalb brauchen die Betonelemente nun nur eine Erfrischungskur. Das Beton-Spa befindet sich auf dem nun zugeteerten Fussballplatz. Die Elemente werden zuerst 24 Stunden gewässert und danach mit Hochdruck gereinigt. Kleinere Unschönheiten werden retuschiert und geflickt.

«Betonkosmetik», nennt Brunner das. Zum Schluss werden sie imprägniert. «So können diese Elemente weitere 40 Jahre halten», sagt Brunner. Für einige Gestaltungselemente kam jedoch jede Hilfe zu spät. «Die sind vier Jahrzehnte in der Erde gelegen», sagt Brunner und zieht die Schultern hoch.

Diese Elemente wurden vor Ort geshreddert und als Kofferung für die Baupisten weiterverwertet. Ein weiteres prägendes Material des Kantischulhauses ist der Cortenstahl, der an Türen und Fensterrahmen braunrötliche Rostakzente setzt. Dieser musste bereits vor Jahrzehnten zum Teil durch Aluminium ersetzt werden, sagt Brunner. So werden nun auch die Fassadenelemente sowie die Aussentüren des Haupteingangs schwarzem Stahl weichen müssen.

Die Zufahrt zur Grossbaustelle führt durch den Hardwald. «Wir greifen von hinten an, um den Schulbetrieb nicht zu stören», sagt Brunner. Die Strasse wurde geteert, dies bedeutete weniger Aufwand als der Unterhalt einer Kiesstrasse während der sechs Jahre Bauzeit, insbesondere im Winter.

Rechts neben der Einfahrt zur Tiefgarage führt ein ebenfalls neu geteertes Strässchen auf einen grossen Platz. Ein gelbes H am Boden zeigt an, wo im Notfall ein Helikopter landen könnte. «Ein solcher Landeplatz ist bei einer Grossbaustelle Pflicht», sagt Brunner.

Im Frühling 2017 werden auf dem roten Platz Container mit acht Klassenzimmern aufgestellt. Diese bräuchte es jedoch nicht unbedingt. «Wir werden uns beim Innenausbau halbstockwerkweise vorarbeiten. So stehen immer genügend Klassenzimmer zur Verfügung», sagt Brunner. Die Containerprovisorien seien als Auswegmöglichkeit gedacht.

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