Seit knapp 160 Jahren besteht er, der Fonds Feuerwehrunterstützung für Angehörige der Feuerwehr Olten (FWO). Ursprünglich waren dessen Mittel mal dafür gedacht, im Feuerwehrdienst Verunfallte finanziell zu unterstützen.

Ein durchaus edles Motiv, welches heute aber nicht mehr ganz den zeitlichen Modalitäten entspricht, da Angehörige der Feuerwehr gegen Krankheit, Unfall, Invalidität versichert und bei Todesfall die Hinterbliebenen durch Versicherungsleistungen abgedeckt sind.

Als Einrichtung überflüssig

Der Fonds ist obsolet geworden. Wie wenig dieser in Anspruch genommen wird und wurde, zeigt eine vom Stadtrat angeführte Zusammenstellung: In den letzen 15 Jahren wurden diesem rund 2700 Franken entnommen.

Darunter figurieren Ersatzbeschaffungen von Brillen, ein Arztbesuch sowie die Begleichung eines Schadens, der während eines Rettungseinsatzes verursacht wurde. Nach Ansicht des Oltner Stadtrates Grund genug, den Fonds, seit Jahren mit dem Maximalbetrag von 100000 Franken geäufnet, per Ende 2017 aufzulösen.

Keine Drittmittel

«Der Fonds wurde nach unserem Wissensstand nie mit Mitteln Dritter geäufnet», sagt Stadtschreiber Markus Dietler. Will heissen: Das Geld stammt ausnahmslos aus der Stadtkasse. Dementsprechend ist die Exekutive der Stadt frei, über die Weiterverwendung der Fondsgelder zu bestimmen, zumal ein Reglement, welches die Äufnungs- und Auszahlungsmodalitäten regelt und welches gemäss neuer Rechnungslegung HRM2 Voraussetzung für die Bildung eines Fonds ist, entweder nie existierte oder nicht auffindbar ist.

Dies im Unterschied von Stiftungsgeldern, die meist an enge Zweckbestimmungen gebunden sind und demnach öfters auch schon mal zu kurz greifen, weil sich halt auch die Zeiten ändern. «So bleiben Stiftungsgelder auch mal ungenutzt, weil deren Zweck nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entspricht, die Gelder aber auch nicht für anderes verwendet werden können», so Dietler.

Wie also die Gelder des Fonds Feuerwehrunterstützung ohne passendes Reglement einsetzen? Ein Jubiläum bietet Gelegenheit dazu: Im kommenden Jahr nämlich feiert die städtische Feuerwehr ihr 200-jähriges Bestehen. Mit rund 78 000 Franken sollen die Festivitäten zu Buch schlagen, wovon 10 000 Franken wiederum durch Gönnereinnahmen gedeckt werden sollen.

Aus dem Fonds stammen demnach 68 000 Franken, wie das Budget des Jubiläumsjahres vorsieht. Von diesen profitieren im Jubiläumsjahr die Schweizer Meisterschaft der Jugendfeuerwehren (5000 Franken), der Tag der offenen Tür bei der FWO (20 000 Franken), die eigentlichen Jubiläumsfeierlichkeiten im Stadttheater (45 000 Franken) sowie die Fortsetzung der FWO-Chronik über die letzten 25 Jahre (8000 Franken).

Die verbleibenden restlichen 32 000 Franken werden per 31. Dezember der laufenden Feuerwehrrechnung 2017 gutgeschrieben.

Insgesamt 2,275 Mio. Franken

Gemäss Verwaltungsbericht 2015 verwaltet und verwendet die Stadt Olten 37 Fonds mit einem Gesamtkapital von 2,275 Mio. Franken. Noch im Vorjahr belief sich deren Zahl auf 42.

Zu den sechs grössten (Vermögen über 100 000 Franken) gehören der Fonds «Schüler/-innen Freizeit» mit 533 000 Franken, der Fonds «Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt Olten» (225 000 Franken), der Fonds «Unterhalt verlassener Gräber» (169 000 Franken), der Fonds Franz Stirnimann (129 000 Franken), der Fonds der Sekundarschule (123 000 Franken) sowie der derjenige «Historisches Museum» über 119 500 Franken).

Eintracht mit Vereinvermögen

Der kleinste Fonds über 58,60 Franken stammt vom Männerchor Eintracht. Nach dessen Auflösung im Jahr 1947 ging das Vereinsvermögen an die Stadt über. Dessen Vermögen hat sich übrigens innert Jahresfrist um 5 Rappen erhöht; im Jahr zuvor warens, bei höherem Zinssatz, noch 10 Rappen gewesen.

Das Eintracht-Geld wird erst wieder ausgeschüttet, wenn eine Vereinsgründung im Sinne der einstigen Eintracht-Männer erfolgt. Noch weiss niemand, wie die Chancen dafür stehen.