Gegen Ende letzten Jahres hat die Kuralit Immobilien AG ein Baugesuch für eine weitere Halle beim Holzwerkstoffzentrum HWZ Kuratle & Jaecker in Niederbipp eingereicht. Dagegen hatte der Gemeinderat Oensingen kurz vor Ablauf der Frist Einsprache erhoben (wir berichteten). Man ortete einen Verfahrensfehler, bei den Unterlagen fehle ein Umweltverträglichkeitsbericht (UVB). Seither laufen nun Abklärungen, sowohl aufseiten der Bauverwaltung Niederbipp als auch der Bauherrschaft.

Jene von Oensingen sei die einzige Einsprache geblieben, sagt der Niederbipper Bauverwalter René Suter. «Wir haben die Unterlagen an den Kanton eingereicht. Von dort erwarten wir eine Antwort, ob wirklich eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig sei, wie das Oensingen verlangt.» In Niederbipp sei man nach wie vor davon überzeugt, dass dies nicht der Fall ist.

«Befürchtungen unbegründet»

Der Neubau, eine 120 Meter lange, 94 Meter breite und 14 Meter hohe Halle soll – nahe an der Grenze zu Oensingen – östlich des bestehenden Holzerwerkstoffzentrums zu stehen kommen. Der Gemeinderat Oensingen geht davon aus, dass es sich um ein Logistikzentrum handelt. Folglich wird mit mehr Lastwagenverkehr gerechnet, der via Autobahnanschluss Oensingen fliesst. In den Baugesuchsunterlagen sei der Verkehr aber gar nicht thematisiert. Kommt hinzu, dass aufgrund der Pläne davon auszugehen sei, dass die neue Halle mit dem bestehenden, praktisch gleich grossen, 2008 bezogenen Gebäude verbunden wird. Somit entstehe eine Einheit mit einem Lagervolumen von weit über 20000 Kubikmeter, wofür ein UVB gesetzlich vorgeschrieben ist.

George Kuratle, Verwaltungsratspräsident und Inhaber der HWZ Kuratle & Jaecker AG, sieht dies anders: «Es handelt sich um zwei einzelne Bauten, jede steht auf einer separaten Parzelle.» Auch sei der geplante Neubau kein reiner Logistikbetrieb, sondern darin werde – an voraussichtlich 40 Arbeitsplätzen – auch produziert und es würden Schulungsräume eingebaut. Zum Mehrverkehr führt Kuratle aus, dass die Befürchtungen unbegründet seien. «Mit dem jetzigen Betrieb schöpfen wir das uns zustehende Kontingent nicht einmal zur Hälfte aus. Im Durchschnitt sind es etwa sechzehn Fahrten täglich, mit dem Neubau kämen schätzungsweise weitere acht hinzu.»

Kuratle räumt ein, dass die Kommunikation im Vorfeld nicht so gelaufen ist, wie man es von ihm gewohnt sei. «Das will ich korrigieren. Wir werden uns in den nächsten Tagen mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen. Wir wollen keine Frage unbeantwortet lassen.»