Seit 1998 hatten Kinder von 6 bis 12 Jahren im Rahmen des Filmklubs Zauberlaterne die Möglichkeit, einen Film im Kino anschauen zu gehen – dies erst noch ohne ihre Eltern. Vor der Vorstellung wurden die Primarschüler jeweils mit zwei Animateuren mithilfe eines Frage-Antwort-Spiels vorbereitet.

Zuerst an Mittwochnachmittagen, später an Samstagmorgen durften diese im Winterhalbjahr jeweils für den Mitgliedbeitrag von 40 Franken bis zu neun Mal ins Kino. Dieses Angebot gibt nun in diesem Winter nicht mehr: Der Filmklub hat sich aufgelöst, wie Vorstandsmitglied Lukas Metternich in der Facebook-Gruppe Olten kürzlich bekannt machte.

Der Grund für das Aus sind finanzielle Probleme. Vorstandsmitglied Metternich spricht von einem Defizit von über 8000 Franken aus der vergangenen Saison. Das Budget betrug rund 10'000 Franken. Zu schaffen machten dem Verein zum einen der Mitgliederschwund – derzeit sind 35 Kinder eingeschrieben –, zum anderen die fehlende Unterstützung vonseiten der Stadt und des Kantons.

Die Stadt hat ihren Beitrag von 5000 Franken im Zuge der Sparmassnahmen vor einigen Jahren gestrichen, danach fiel auch die Defizitgarantie von 4500 Franken des Kanton Solothurn weg. Zudem fehlt seit 2014 auch das Geld des Energiekonzerns Alpiq, der sein Sponsoring einstellte.

Am Schluss blieben nur noch die Mitgliederbeiträge der Kinder und mit dem Migros Kulturprozent und dem Rotary Club Olten zwei Organisationen, welche den Verein finanziell unterstützten. In den letzten fünf Jahren übernahm daher der Dachverband der Zauberlaterne das Defizit von jeweils mehreren Tausend Franken. Ende Juni entschied man in der Zentrale in Neuenburg jedoch, das Defizit nicht mehr weiter zu tragen.

Stadt Olten ist ein Teil der Schuld 

Beim Dachverband schiebt man einen Teil der Schuld der Stadt Olten in die Schuhe. «Die Zauberlaterne in Olten war der einzige Filmklub in der Schweiz, der von der Standortgemeinde keine finanzielle Unterstützung erhielt», sagt Raphael Rück als Koordinator Deutschschweiz auf Anfrage. Man hätte mehrmals das Gespräch mit der Stadtverwaltung gesucht – ohne Erfolg. Zudem hätte der Oltner Ableger bereits jetzt das tiefste Budget aller rund 75 Filmclubs in der Schweiz gehabt.

Die Stadt sei nicht verpflichtet, einen solchen Filmklub anzubieten, sagt Ueli Kleiner als Leiter der Oltner Bildungsdirektion. Weiterhin sei die Finanzsituation angespannt, sodass man nicht auf den Entscheid zurückkommen könne.

Aus Sicht von Vorstandsmitglied Metternich sind aber auch die Vorgaben des Dachverbands zu rigoros: Er gibt nicht nur die gezeigten Filme vor, sondern auch die szenische Einführung mit Animateuren, was mit knapp 8000 Franken der grösste Kostenpunkt im Budget darstellt. Metternich prüft mit seinen zwei Vorstandskolleginnen nun, ob der Filmklub in anderer Form weitergeführt werden kann. «Wir sind froh um Leute, die mithelfen, etwas Neues aufzubauen.» Auf seinen Facebook-Eintrag gab es bereits erste Rückmeldungen.