Kino

«Fifty Shades of Grey» lässt Kassen der Erotikläden klingeln

Erotikläden nutzen den «Shades of Grey»-Hype aus und richten ihre Abteilungen teilweise danach.

Erotikläden nutzen den «Shades of Grey»-Hype aus und richten ihre Abteilungen teilweise danach.

Die Erotik-Liebesgeschichte «Fifty Shades of Grey» erregt auch in der Region die Experimentierfreude im Bett – und lässt die Kassen der Erotikläden klingeln.

Den heutigen Tag hat sich wohl so manche im Kalender rot eingekreist: Die Verfilmung des Bestsellers «Fifty Shades of Grey» wird heute in Oensingen an einer Vorpremiere ausgestrahlt. In Solothurn und Grenchen startet der Film morgen in den Kinos. Dass die Vorfreude auf den Erotik-Liebes-Film gross ist, zeigen die Zahlen des Oltner Kinobetreibers Konrad Schibli: «Bereits über 2000 Tickets wurden bei Youcinema Olten, Oftringen und Brugg verkauft.»

«Fifty Shades Of Grey»: Trailer zum Film

«Fifty Shades Of Grey»: Trailer zum Film

Das sei zudem das erste Mal gewesen, dass der Vorverkauf bereits sechs Wochen vor Filmbeginn startete. Was war für den Kinobetreiber dafür ausschlaggebend? «Die Nachfrage nach den Tickets kam schon im Dezember», erklärt Schibli. «Deshalb haben wir uns dann entschieden, den Vorverkauf noch vor dem Weihnachtsgeschäft zu lancieren.» Und nach der Anzahl der bereits verkauften Vorverkauf-Tickets scheint diese Strategie für den Betreiber gut aufzugehen. «Wir haben das grosse Interesse schon erwartet», sagt Schibli. Dies nicht nur wegen des Films: «Dass der Valentinstag in die erste Ausstrahlungswoche fällt, ist ein Volltreffer.»

Seit Bucherfolg mehr Kunden

Der Oltner Kinobetreiber ist aber nicht der Einzige, der sich die Hände reiben kann. Der Film, bei dem sich die Hauptdarsteller sadomasochistischen Sex-Vorlieben hingeben, löste bei den Leuten grundsätzlich ein grösseres Interesse an Erotik und Spielereien aus, sagt Jan Brönnimann, Sprecher der Erotikladenkette Magic X, die eine Filiale in Kappel betreibt. Auch die Region Olten scheint vom «Shades of Grey»-Effekt nicht verschont worden zu sein. «Wir haben seit dem Bucherfolg allgemein mehr Kunden», sagt Brönnimann. «Die neuen Kunden kaufen nicht nur SM-Spielzeug, sondern Sachen aus dem ganzen Sortiment.»

Handschellen? Diese seien mittlerweile nichts Aussergewöhnliches mehr. Sadomasochismus (SM) sei ja an sich nichts Neues. «Seit dem Bucherfolg vor rund zwei Jahren ist SM aber trendy und vor allem salonfähig geworden», so Brönnimann. Zu Beginn habe sich dies auch klar bemerkbar gemacht. «Der Effekt ist dann aber abgeflacht. Ich vermute aber, dass er mit dem Film wieder auftreten wird», so Brönnimann. Er spricht sogar von einer «nachhaltigen Entwicklung».

Doppelt so viel verkauft

Bereits vor dem Filmstart kann hingegen Marc Gilardi, Geschäftsführer des Erotik Markts Egerkingen, eine wachsende Nachfrage bei SM-Spielzeugen registrieren. «Wir haben nun wieder einen grossen Run vor allem auf unsere Einsteigersets», so Gilardi. Diese beinhalten unter anderem Handschellen, Liebeskugeln, Brustklemmen, einen Penisring mit Vibration und Augenbinden. «In den letzten paar Wochen haben die Verkäufe in diesem Bereich um 100 Prozent zugenommen», so Gilardi. Im Gegensatz zum Sprecher von Magic X nimmt er aber an, dass sich das Interesse nach dem Filmstart dann wieder ein bisschen legt. Genauso wie nach dem eigentlichen Vergnügen also.

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