Olten
Feuer an der Stadthalle: Handelt es sich um Brandstiftung?

Der Sachschaden an der Oltner Stadthalle wird über 100'000 Franken betragen. Bei der Brandursache laufen die Ermittlungen der Polizei. Es könnte sich um Brandstiftung handeln.

Fabian Muster
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Kurz vor 17 Uhr am Montagabend ging die Meldung bei der Alarmzentrale der Kantonspolizei Solothurn ein, dass bei der Oltner Stadthalle ein Teil der Fassade brennt, wie es in einer Mitteilung der Kantonspolizei heisst. Die Feuerwehr Olten rückte mit 25 Angehörigen aus, unterstützt wurde das Korps durch die Regionalfeuerwehren Untergäu und Unterer Hauenstein.

«Nach rund einer Dreiviertelstunde hatten wir den Brand unter Kontrolle», sagt Einsatzleiter Rolf Friedli von der Oltner Feuerwehr auf Anfrage. Wegen des Windes hat sich das Feuer zum Teil auch auf das Dach ausgeweitet. Bis rund 22 Uhr waren die letzten Glutnester gelöscht, so dass keine Brandwache nötig war.

«Eine Schwierigkeit war die Zugänglichkeit zum Brandherd», sagt Friedli weiter. Daher wurden ein Teil der Fassadenelemente abgehängt, um die dahinter liegende Isolation besser löschen zu können. Dazu wurde vor Ort ein Gerüst gestellt. Zwei Fachspezialisten aus dem Gerüst- und Fassadenbau unterstützten die Feuerwehrleute bei den Arbeiten.

Wegen der starken Rauchentwicklung im Innern der Stadthalle musste das Gebäude mit zwei mobilen Grosslüftern durchgelüftet werden. Auch Löschwasser drang zum Teil ins Innere ein, welches aber durch Wassersauger möglichst schnell wieder entfernt werden konnte. Personen kamen keine zu Schaden.

«Wir haben mit der schnellen Redaktion einen grösseren Brand verhindert», sagt Friedli. Im Innern der Stadthalle gibt es ausser dem Rauch und dem eingedrungenen Löschwasser keine Schäden. Der Sachschaden beträgt aber dennoch sicher über 100'000 Franken, sagt Joseph Nussbaumer von der städtischen Baudirektion. Er war am Dienstag bereits mit der Gebäudeversicherung vor Ort.

Die Brandursache ist laut Mitteilung der Kantonspolizei bisher nicht bekannt. Zu deren Klärung hätten Spezialisten der Kantonspolizei Solothurn Untersuchungen aufgenommen, heisst es. Gegenüber dem regionalen TV-Sender Tele M1 sagt Stadtschreiber Markus Dietler, dass es Brandstiftung gewesen sein könnte; die Täterschaft sei der Polizei bereits bekannt.

Diese Zeitung hat von einer weiteren Quelle erfahren, dass es sich um zwei Jugendliche handeln könnte und dass die Einvernahmen bereits am Dienstag stattgefunden haben sollen. Auf Anfrage will Polizeisprecher Thomas Kummer aber keine Stellung beziehen und sich nicht an Spekulationen um die Brandursache beteiligen. «Wir werden wieder kommunizieren, sobald wir mehr wissen.»

In der Stadthalle soll das Impfzentrum entstehen

In den nächsten Wochen werden die an der Aussenhülle entstandenen Schäden behoben werden, so dass dem Betrieb für die Schulen und die Vereine – sofern dies die Coronamassnahmen zulassen –, nichts im Wege stehen dürfte. In der Stadthalle ist auch eines von insgesamt drei Impfzentren im Kanton vorgesehen, wie Leiter Franco Giori von der Abteilung Ordnung und Sicherheit auf Anfrage sagt. «Die nun entstandenen Schäden haben keinen Einfluss auf den Zeitplan», sagt er. Gemäss dem derzeitigen Stand soll das Impfzentrum in der Stadthalle ab Februar 2021 in Betrieb genommen werden.

Die 1979 eröffnete Stadthalle soll dereinst auch von Grund auf saniert werden. Im Finanz- und Investitionsplan 2021–2027 sind für eine Machbarkeitsstudie im Jahr 2022 150'000 Franken vorgesehen. Die Entwicklung des Sanierungsprojekts soll im 2025 für einen Kredit von einer halben Million Franken erfolgen. Ausgeführt werden soll die Sanierung gemäss Baudirektor Thomas Marbet erst nach dem Neubau des Schulhauses Kleinholz und einer allfälligen Dreifachturnhalle.

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