Am Mittwoch hatte Christian Werner, als SVP-Vertreter im hiesigen Parlament aktiv, auf seinem Arbeitsweg festgestellt, dass auf der im Zuge der flankierenden Massnahmen ERO eröffneten Baustelle Froburgstrasse-Amthausquai Wundersames passiert war. Ein Teil der Baustelle, jener im Abschnitt Amthausquai nämlich, war neu geteert worden, um sich nur wenige Tage später wieder aufgerissen zu präsentieren. «Das hat mich doch stutzig gemacht», sagt Werner. Also hat er die Frage, wie solches denn möglich sei, auf Facebook gepostet.

Ernst und weniger Ernst

Antworten bekam er wohl. Ernst und weniger ernst gemeinte. «Es könnte sein, um uns zu zeigen, wie es aussehen wird, wenn es dann fertiggestellt ist», schreibt einer. Und ein anderer meint: «Wenn man durch Olten geht und die Verkehrsgestaltung anschaut, bekommt man Zweifel. Es wäre mal gut zu erfahren, wie viel Geld für planloses Bauen ausgegeben wird.» Und einer gibt zudem bekannt, sogar das Pflasterstein-Inseli und ein Fussgängerstreifen seien bereits aufgebracht gewesen.

Wie denn?

Et voilà. Vermeintliches Licht ins Dunkel brachte eine andere Antwort: Die Baustelle sei eine kantonale und beim Kanton sei man der Ansicht, der Verantwortliche der ausführenden Baufirma habe den Plan verkehrt herum in Händen gehalten. Wie war das? Das muss genauer in Erfahrung gebracht werden, und zwar bei Lothar Bürgi, dem zuständigen Projektleiter beim kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT). «Es ist richtig: Belag und die Fussgängerinsel mussten wieder entfernt werden, weil bei den Ausführungsarbeiten ein Fehler passierte», sagt er. Im Zuge der Bauarbeiten nämlich sollte der Übergang vom Brückenkopf zum Trottoir auf der Aarhof-Seite behindertengerecht gestaltet werden. «Die bisherige Rampe wies eine zu grosse Neigung und erst noch einen markanten Absatz auf», so Bürgi. Nachdem Strassenbelag und Insel aufgebracht waren, hatten Nachprüfungen ergeben, dass die Neigung der Rampe unverändert geblieben war.

Gütlich geeinigt

Dies, obwohl die Pläne die Reduktion der Neigung beinhaltet hatten. «Die Insel musste wieder entfernt werden, weil der nicht korrigierte Niveauunterschied sonst nicht hätte ausgeglichen werden können», sagt Bürgi. Mit der ausführenden Baufirma hat sich die Bauherrschaft gütlich geeinigt. Diese übernimmt die zusätzlich anfallenden Kosten, die maximal 50 000 Franken betragen, wie Bürgi schätzt. Der Steuerzahler werde von den Mehrkosten auch nicht tangiert. Die nochmalige Ausführung führe zu keinerlei zeitlichen Verzögerungen im Gesamtablauf, wie er versichert.

Bisschen blöd für den Aarhof-Wirt

Dennoch: Lothar Bürgi gesteht gerne ein, dass ein derartiges Missgeschick für die Anrainer etwas ungelegen kommt. «Speziell für den Wirt des Aarhofs, den wir aber informiert haben», so Bürgi. Auch habe man an eine entsprechende Medienmitteilung gedacht, dann die Idee doch fallen gelassen, «weil der Fehler innerhalb der offenen Baustelle korrigiert werden kann», wie Bürgi meint.