Olten

FDP will zweiten Sitz im Stadtrat erobern – Savoldelli wird erneut antreten

FDP-Stadtrat Benvenuto Savoldelli (ganz links) strebt die dritte Amtszeit im Oltner Stadtrat an.

FDP-Stadtrat Benvenuto Savoldelli (ganz links) strebt die dritte Amtszeit im Oltner Stadtrat an.

Für die nächsten Stadtratswahlen im kommenden März macht die FDP eine Kampfansage an die anderen Parteien: Die Freisinnigen wollen entweder mit einem Zweier- oder gar mit einem Dreierticket einen zweiten Sitz erobern.

Wochenlang zierte sich Benvenuto Savoldelli: Wenn man den FDP-Stadtrat darauf ansprach, ob er im kommenden März nochmals antreten will, hiess es von seiner Seite bloss: «Ich kann es derzeit noch nicht sagen.» Auch gegenüber seinen Stadtratskollegen liess er nicht durchblicken, wie es weitergeht. Bei ihnen ist nämlich bereits seit Monaten klar, dass sie entweder nicht mehr antreten (Martin Wey und Iris Schelbert) oder erneut kandidieren (Marion Rauber und Thomas Marbet).

Vergangenen Samstagmorgen hat Savoldelli seiner Partei in einer Vorstandssitzung nun mitgeteilt, dass er seine dritte und wahrscheinlich letzte Legislatur als Stadtrat anstrebt. Die Arbeit mache im «grundsätzlich Spass», sagt er auf Anfrage. Diese Aussage überrascht: Vor wenigen Monaten gab er gegenüber dieser Zeitung zu, dass er Motivationsprobleme hat. Er sagte Mitte März: «Die Tonart, die im Gemeindeparlament zum Teil angeschlagen wird, ist unter gewissen Anstandsregeln.» Kritik dürfe man anbringen, aber es komme auch darauf an, in welcher Form dies geschehe.

Mühe hat Savoldelli mit dem Parlamentsbetrieb immer noch, etwa mit den «langwierigen und ausufernden Parlamentssitzungen», doch die Motivationskrise sei überwunden. Zudem hatte er in jüngster Vergangenheit auch gesundheitliche Probleme, die ihm zu schaffen machten. Er führt dies auf seine berufliche Überlastung zurück: «Ich arbeite seit Jahren mehr als 100 Prozent», sagt der 58-Jährige. Irgendeinmal gehe dies an die Substanz. So hat er neben dem Stadtrats-Mandat auch die Geschäftsführung des kantonalen Gastro-Verbands inne. In der Coronakrise war diese Branche wegen des Lockdown besonders gefordert. Savoldelli hatte als erste Anlaufstelle wegen besorgter Wirte mehr zu tun als gewöhnlich. Damit seine Arbeitslast sinkt, will Savoldelli künftig in seinem angestammten Beruf als Rechtsanwalt und Notar weniger Fälle übernehmen.

Savoldelli will nicht Stadtpräsident werden

An der erwähnten Vorstandssitzung hat die wählerstärkste Partei auf dem Platz Olten – gemäss den letzten Gemeindeparlamentswahlen vor drei Jahren – auch die Strategie für die Stadtratswahlen diskutiert. Die FDP will neben dem bisherigen Sitz einen zweiten hinzugewinnen und damit das Mandat zurückerobern, das die Partei bei den Wahlen 2013 an die SP verloren hatte. Dieses Ziel will man entweder mit einem Zweier- oder Dreierticket erreichen. «Dieser Entscheid steht noch aus», sagt Parteipräsident David Plüss auf Anfrage. Es soll aber zu keiner Ausmarchung kommen. Der Vorstand will der Nominationsversammlung, die nun auf den 26. Oktober verschoben wurde, zwei oder drei Namen präsentieren. «Bis Ende September führen wir noch Gespräche mit möglichen Kandidatinnen und Kandidaten», sagt Plüss. Wenn es zu einem Dreierticket kommen sollte, werde sicher auch eine Frau darauf vertreten sein. Bei einem Zweierticket kann Plüss dies nicht versprechen. Er sagt aber: «Eine Frau würde im Feld der bisherigen Kandidaturen sicher guttun.» Zur Frage, ob Plüss auch selbst antritt, will er sich derzeit nicht äussern.

Zum frei werdenden Stadtpräsidium sagt Plüss: «Längerfristig ist es unser Anspruch, das Amt zurückzugewinnen, aber wahrscheinlich werden wir erst nach dem ersten Stadtrats-Wahlgang nächsten März entschieden, wie die Strategie dazu aussieht.» Für Savoldelli ist klar, dass er für das Amt nicht zur Verfügung steht. Dies hat er bereits früher einmal verlauten lassen.

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