Was diese Zeitung bereits vor drei Wochen angekündigt hat, ist nun definitiv: Die FDP will bei den nächsten Stadtratswahlen kommenden März einen zweiten Sitz erobern und so die linke Mehrheit im Fünfer-Gremium kappen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Der Entscheid im Vorstand, mit einem Zweierticket anzutreten, sei einstimmig gefallen, sagt Fraktionschef Urs Knapp auf Anfrage. Die FDP versucht so, den bei den letzten Wahlen an Rot-grün verlorenen zweiten Stadtratssitz zurückzuholen. «Die bürgerliche Mehrheit im Parlament soll sich auch im Stadtrat widerspiegeln», sagt Knapp.

Auf dem Zweierticket ist der bisherige Stadtrat Benvenuto Savoldelli gesetzt. Für den zweiten Platz gibts es insgesamt drei Anwärter. Bisher bekannt war das Interesse von Kantonsrat Andreas Schibli (47) und Parteipräsidentin Monique Rudolf von Rohr (60).

Neu dazugekommen ist die Kandidatur von Ex-Gemeinderat Thomas Rauch (51), der nach mehreren Jahren Erfahrung im Gemeindeparlament in die Exekutive strebt. Nicht kandidieren werden nun Alexandra Kämpf (39) und Simone Sager (37), welche beide in einer ersten Runde noch Interesse am Amt zeigten.

Etwas überraschend kommt die Kandidatur von Thomas Rauch. Der studierte Volkswirt war erst vor kurzem aus dem Gemeindeparlament zurückgetreten. Seine Nachfolgerin ist Rudolf von Rohr, gegen die er nun in der parteiinternen Ausmarchung antreten wird.

Er begründet das Interesse am Stadtratsamt mit der gemachten Erfahrung aus seiner Zeit als Gemeinderat: «Wenn man als Politiker in Olten etwas direkt bewirken will, muss man in die Exekutive.» Und er sei es von seinem Job her gewohnt, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.

Zudem verfüge er als Vermögensverwalter institutioneller Kunden wie Pensionskassen oder Stiftungen über die nötigen Fähigkeiten, um die Stadt aus wirtschaftlicher und juristischer Sicht zu analysieren.

An der Parteiversammlung vom 14. November kommt es folglich zur internen Ausmarchung zwischen den drei Kandidaturen. Nominiert wird in einem zweistufigen Verfahren, wie es in den Statuten geregelt ist.

Zuerst gibts einen ersten Wahlgang, bei dem das absolute Mehr erreicht werden muss. In einem allfälligen zweiten Wahlgang reicht das relative Mehr für die Nomination. «Der Vorstand gibt keine Empfehlung für eine bestimmte Kandidatur ab», ergänzt Knapp.