Die Idee ist etwas mehr als zehn Jahre alt: Die derzeit im Oltner Kleinholz befindlichen Sportstätten wie Eishockey- und Leichtathletikstadion sowie weitere Sportplätze sollen in den nächsten 25 bis 30 Jahren etappenweise ins neue Quartier Olten SüdWest verlagert werden. So könnten die Kosten für die Neubauten und den nur zum Teil nötigen Rückbau der bisherigen Anlagen auf mehrere Jahre verteilt werden.

Im Sportstättenbericht 2005 wurde der Standort Olten SüdWest als «Idealfall» (Seite 51) bezeichnet. Im Gegenzug soll auf der frei werdenden Fläche im Kleinholz, welche der Stadt Olten gehört, ein belebtes Wohnquartier entstehen inklusive neuem Schulhaus. Das Gemeindeparlament hat dieser Idee allerdings schon mehrmals eine Absage erteilt und ist damit dem Stadtrat gefolgt, der eine Verlagerung vor allem aus Kostengründen nicht goutierte. Zuletzt sagte das Parlament 2010 Nein, als eine dringliche Motion von FDP-Gemeinderat Daniel Probst abgelehnt wurde.

Derselbe Daniel Probst will nun dieser Idee neuen Schub verleihen. Nachdem der Gemeinderat das Interview in dieser Zeitung mit den zwei Architekten Massimo Hauswirth und Klaus Schmuziger sowie Städteplaner Philippe Cabane Ende Dezember 2016 gelesen hat, sei ihm alles von damals wieder hochgekommen, so Probst, der im Kleinholz-Quartier aufgewachsen ist. Sein Vorschlag: Die Stadt müsste den Perimeter des Masterplans, welcher als Grundlage für die jetzige Gestaltungsplanänderung diene, unbedingt auch auf die Sportstätten im Kleinholz erweitern.

Die Stadt könnte Sigmund Bachmann von der Areal-Besitzerin Terrana AG Rüschlikon im Gegenzug Parzellen im Kleinholz-Quartier anbieten, welche in den Augen Probsts attraktiver als Wohngebiet sind als die hinteren Baufelder im Areal Olten SüdWest. Neben den bisher existierenden Sportstätten könnte so auch die Idee einer Trendsporthalle, einer neuen Dreifachturnhalle oder einer für die Schützen im Boden verlegten Schiessanlage in Olten SüdWest realisiert werden.

«Mit der neuen Ausgangslage liesse sich wohl auch eine politische Mehrheit finden für die Stadtteilverbindung Hammer. Denn diese bräuchte es dann unbedingt.» Ein möglicher S-Bahnhof Olten Hammer und die bestehende ERO würden verkehrsmässig eine gute Erschliessung garantieren. Auch die bisher schlecht genutzten Gewerberäumlichkeiten könnten so mit Restaurants, Praxen oder Sportläden besser ausgenutzt werden. «Olten SüdWest wäre ein neues Trendquartier für Junge und Sportbegeisterte.»

Von dieser Idee angetan ist Martin Grütter. Der Präsident der IG Sport Olten als Vertreterin von 32 Sportvereinen ist ebenfalls im Kleinholz-Quartier aufgewachsen. «Olten könnte man so überregional als Sportstadt etablieren.» Zudem ergäbe sich damit die Gelegenheit, die bitter benötigte dritte Dreifachturnhalle zu bauen, deren Bedarf auch von der Stadtverwaltung anerkannt ist. «Nun gibts eine neue Chance für die Verlagerungs-Idee, die man seriös prüfen muss.»

Gemäss Stadtentwickler Markus Dietler müsste die Stadt die Situation neu analysieren und berechnen lassen, bevor inhaltlich eine Aussage über die neu lancierte Idee einer Sportstätten-Verlagerung nach Olten SüdWest gemacht werden kann. Unter anderem hänge eine Verlagerung davon ab, ob überhaupt ein Teil des Areals Olten Südwest zur Verfügung stünde, in welchem Zustand die heutigen Sportstätten im Kleinholz seien (Stichwort Wertvernichtung) und ob es Sinn ergebe, die Sportstätten zumindest für eine bestimmte Zeit auf zwei Areale zu verteilen.

Zudem seien auch die Folgen etwa auf die Verkehrs- und Parkierungssituation zu bewerten. Nutzungskonflikte zwischen Wohngebiet und Sportanlagen seien ferner auch in Olten SüdWest nicht ausgeschlossen. Die laufenden Arbeiten am Masterplan als Grundlage für einen angepassten Gestaltungsplan gingen derzeit allerdings in eine ganz andere Richtung. Nämlich: Die Wohnbauten sollen in der Höhe flexibler und die Aussenräume aufgewertet werden, Eigentum soll möglich sein oder ein Teil der Parzellen für Investoren freigegeben werden.

Besitzer Bachmann: «Blödsinn»

Von der Verlagerungs-Idee hat Sigmund Bachmann von der Areal-Besitzerin Terrana AG Rüschlikon noch nie gehört. Er hält diesen Vorschlag unter den heutigen Voraussetzungen für «Blödsinn». Ökonomisch gesehen ergebe dies «hinten und vorne keinen Sinn». Olten SüdWest sei für den Wohnungsbau prädestiniert, weil das Areal dank der Nähe zur Innenstadt und zum Bahnhof Hammer für den Fuss- und Veloverkehr sowie für den öV gut gelegen sei. Die jetzige hohe Ausnützungsziffer mit Wohn- und Gewerbeflächen müsse beibehalten werden, auch im angepassten Gestaltungsplan.

Bachmann kann sich aber vorstellen, einzelne Parzellen für Investoren freizugeben, allerdings nicht ein so grosses Areal, wie es für die Sportstätten-Idee vorgesehen ist. «Bis der Masterplan inklusive angepasstem Gestaltungsplan steht, wird aber wohl kaum ein Käufer für ein Baufeld in Olten SüdWest eine Offerte einreichen.»