Oltner Kirchen
Fastenzeit: Geld gewonnen – Land zerronnen

Oltner Kirchen sensibilisieren und sammeln für nachhaltige Landwirtschaft – die Hilfswerke handeln.

Antonia Hasler
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Zwischen Goa und Kerala, in den Western Gahts-Bergen, kämpfen die Adivasi gegen eine Unterdrückung durch Grossgrundbesitzer und Geldverleiher. Urwälder, Flüsse und Wildtierreservate charakterisieren das Gebiet.

Zwischen Goa und Kerala, in den Western Gahts-Bergen, kämpfen die Adivasi gegen eine Unterdrückung durch Grossgrundbesitzer und Geldverleiher. Urwälder, Flüsse und Wildtierreservate charakterisieren das Gebiet.

zvg

Besonders in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern machen die Hilfswerke «Fastenopfer», «Brot für alle» und «Partner sein» auf Missstände in der Welt aufmerksam. Sie zeigen mit konkreten Projekten, wie nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit möglich ist, sodass Menschen neue Perspektiven erhalten, ohne dass es auf Kosten von Mitmensch und Natur geht.

Die Fastenzeitaktion Mensch Olten!, ökumenisch getragen von den Oltner Kirchen, unterstützt die ökumenische Kampagne mit einer Reihe von Anlässen und der jährlichen Sammlung für ein Projekt im Süden.

Wie viel ist Land wert?

Für den, der es als Kapitalanlage nutzt, ist Land nur so viel wert, wie es fruchtbar ist und maximale Rendite abwirft. Für die, die das Land für ihre Familien und Dorfgemeinschaften bebauen, die davon leben, die ihre Kinder darauf grossziehen und ihre Toten darin begraben, die ihre Rituale und Feste darauf feiern, ist es unbezahlbar, denn für sie ist es wie eine Mutter.

Die ökumenische Kampagne 2017 macht auf die Fehlentwicklungen im weltweiten Agrarmarkt aufmerksam, die sich besonders im Phänomen des Landgrabbing, (englisch für to grab = raffen) zeigt. Besonders dort, wo die Besitzrechte am Boden nicht geregelt oder beim Staat konzentriert sind, kaufen oder pachten Direktinvestoren riesige Landflächen.

Sie legen Feuchtgebiete trocken, schlagen ausgedehnte Waldflächen kahl, zäunen ein, exportieren die ganzen Erträge, degradieren durch Monokulturen Boden und Wasser, und vertreiben dabei die Landbevölkerung oder stürzen sie in die Schuldenspirale. Bei diesen massiven Menschenrechtsverletzungen kann von einer modernen Form von Kolonialisierung und Sklaverei gesprochen werden.

Dabei bemerkt die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO, dass heute immer mehr Zweifel daran bestehen, dass die industrielle Landwirtschaft den Welthunger besiegen kann. Die FAO sieht den Schlüssel vielmehr in die kleinbäuerliche und nachhaltige Landwirtschaft. Bäuerliche Gemeinschaften mit dem nötigen Know-how produzieren einen deutlich höheren Nährwert pro Hektar als die industrielle Landwirtschaft.

Leider hat eine kapitalistische Marktwirtschaft nur Interesse an den lukrativen Gewinnen. So sind es nicht nur Gründe der Ernährungssicherheit (wie etwa von Golfstaaten), die ausländische Investoren antreiben. Firmen, Institutionen und Banken in entwickelten Ländern, so auch aus der Schweiz, sind mit wenig transparenten Investments- und Pensionskassenfonds als Kapitalanlage beteiligt.

Projekt in Indien

Fastenopfer unterstützt indigene Gruppen wie die Adivasi, die Urbevölkerung Indiens, oder die Dalits aus der untersten Kaste, sich rechtlich gegen Enteignung und Vertreibung zu wehren. Die Adivasi zwischen Goa und Kerala wurden im Zuge des ökonomischen Wachstums bereits aus angestammten Zonen vertrieben. Viele Familien sind in die Fänge von Grossgrundbesitzern geraten, wo sie keine Chance haben, aus der Schuldknechtschaft herauszukommen.

Bemüht um Bildung

Mit der Partnerorganisation GIT Green India Trust bemüht sich Fastenopfer um Bildung und Wissensvermittlung, wie Indigene ihr traditionelles Stammgebiet juristisch absichern können, um ihre Lebensgrundlage als Selbstversorger zu erhalten. So werden Personen der Adivasi und Dalits aus rund 100 Dörfern herangebildet, ihre Rechte zu vertreten, die Kenntnisse an die Dorfbevölkerung weiterzugeben und sich in Organisationen zu sammeln.

Programm

Mittwoch, 1. März, 17.30, Klosterkirche: Hora Musica mit der Gruppe «La Tarantella»
Freitag, 3. März, 09.30, Klosterkirche Gottesdienst zum Weltgebetstag
Sonntag, 12. März, 10.00, Friedenskirche: Ökumenischer Gottesdienst, Mitwirkung Kirchenchor St. Marien. Anschliessend Essen in St. Marien
6./7./8./9./11./14. April, 20.30, Marienkirche: «Die Probe. Ein Passionsspiel»

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