Olten
Fast-Kollisionen zwischen Auto- und Velofahrer auf dem Postplatz: Jetzt will der Kanton handeln

Beim Oltner Postplatz kam es mehrmals fast zu Kollisionen zwischen Autos und Velos, weil das Fahrverbot Richtung Aarburg missachtet wird. Nun will das federführende kantonale Amt für Verkehr und Tiefbau noch vor den Festtagen reagieren und Massnahmen ergreifen.

Fabian Muster
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Statt Richtung Dulliken biegen Autofahrer vor der Abzweigung in die Busspur ein und fahren verbotenerweise Richtung Aarburg.

Statt Richtung Dulliken biegen Autofahrer vor der Abzweigung in die Busspur ein und fahren verbotenerweise Richtung Aarburg.

Bruno Kissling

Seit Anfang Oktober wird am Oltner Bahnhofquai gebaut: Die Strasse wird saniert und eine neue Stützmauer zum Ländiweg hin erstellt. Aus letztgenanntem Grund ist auch die Fahrspur für Autos Richtung Aarburg gesperrt, damit diese als Einsatzplattform für Baumaschinen genutzt werden kann. Eine Umleitung ist signalisiert. Diese erfolgt über die Citykreuzung via Ziegelfeld- und Solothurnerstrasse zum Sälikreisel, ist aber um rund 2,3 Kilometer länger als der direkte Weg. Es gibt auch die Möglichkeit, zuerst Richtung Aarau zu fahren und beim Coop-Kreisel in Dulliken zu wenden.

Eine Vielzahl von Autofahrern bedient sich aber zwei anderer Varianten: entweder sie fahren durchs Säliquartier, was die Anwohner nicht goutieren, oder sie wählen verbotenerweise den direkten Weg: Das heisst, sie benutzen die Busspur – die Busse dürfen weiterhin Richtung Aarburg fahren – und missachten so das geltende Fahrverbot. Das führt allerdings zu gefährlichen Situationen mit Velofahrern, welche den Postplatz von der Alten Holzbrücke herkommend überqueren: Diese haben gleichzeitig mit der Fahrspur Richtung Dulliken grün. Dazu kommt, dass die Lichtsignalanlage Richtung Aarburg ausser Betrieb ist, weil sie nicht benützt werden darf.

«Bevor Schlimmeres passiert»

In der Oltner Facebook- Gruppe macht ein Nutzer auf diese gefährliche Situation beim Postplatz aufmerksam und hat entsprechende Reaktionen ausgelöst. Mehrere Velofahrerinnen und Velofahrer berichten davon, dass sie schon fast von Fahrzeugen «abgeschossen» worden seien. Eine Nutzerin bringt die Lage auf den Punkt und schreibt: «Offensichtlich gibt es mehrere Vorfälle. Ich denke, da sollte dringend etwas geändert werden, bevor Schlimmeres passiert.»

Der Stadt Olten ist das Problem bekannt, sagt Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage, der als Velofahrer ebenfalls schon gefährliche Situationen miterlebt hat. Bereits vergangene Woche habe die Stadt dem Kanton, der für die Baustelle und deren Verkehrsregime zuständig ist, eine Meldung gemacht. Gestern morgen war die Sache Thema in der Stadtratssitzung. Die Oltner Regierung wird deswegen auch schriftlich nochmals beim Kanton vorstellig.

Bisher keine Unfälle zwischen Auto- und Velofahrer

Dem Kanton ist sich des Problems ebenso bewusst wegen Rückmeldungen aus der Bevölkerung und von der Stadt Olten und will nun Massnahmen ergreifen. «Wir müssen handeln», sagt Gesamtprojektleiter Daniel Zimmermann vom kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau auf Anfrage. Ziel sei es, noch vor den Festtagen eine Lösung präsentieren und umsetzen zu können. Bereits am Dienstag gebe es eine erste Sitzung mit der Kantonspolizei, bei der mögliche Massnahmen besprochen werden.

Absprechen will sich der Kanton aber auch mit der Standortgemeinde Olten. «Es gibt ein paar Ideen», sagt Zimmermann, die er aber derzeit noch nicht näher ausführen möchte. Eine Möglichkeit, die bis Ende November funktioniert hat, schliesst Zimmermann aber von vornherein aus: nämlich den Verkehrsdienst wieder einzusetzen, der dafür sorgt, dass es keine Falschfahrer gibt. Das sei zu teuer.

Bei der Kantonspolizei sind bisher keine Unfälle beim Postplatz mit Beteiligung von Velofahrern verzeichnet worden, wie die Medienstelle auf Anfrage schreibt. Zudem hat die Polizei, das Fahrverbot Richtung Aarburg bereits mehrmals kontrolliert, dies im Rahmen der ordentlichen Patrouillentätigkeit. Fehlbare wurden mit einer Busse von 100 Franken bestraft.