Olten
«Fasnachtslaternen gehören ins Freie»

Vor 12 Jahren waren die Laternen schon einmal draussen 2017 wird das Latärnefescht nun im Freien stattfinden und nicht mehr im Foyer des Stadthauses.

Urs Huber
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Kommen heuer auf dem Ildefonsplatz zum Handkuss: Fasnachtslaternen am Latärnefescht.

Kommen heuer auf dem Ildefonsplatz zum Handkuss: Fasnachtslaternen am Latärnefescht.

Bruno Kissling/ Archiv

Was an den letzten Latärnefeschter im Foyer des Oltner Stadthauses jeweils hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand moniert wurde, wird an der diesjährigen Fasnacht umgesetzt: Das Latärnefescht, stets am Fasnachtsfreitag auf dem Programm, zieht ins Freie, genauer gesagt auf den Ildefonsplatz, wo vor historischer Kulisse die illuminierten Kunstwerke bestens zur Geltung kommen werden.

Davon ist auch Fuko-Präsident Beat Loosli überzeugt: «Fasnachtslaternen gehören ins Freie», meint er. Und: «Wir brauchten im Fuko nicht lange, um den Entscheid zu fällen.» Erst habe man noch an die Kirchgasse als Ausstellungsort gedacht, aber dann doch den Ildefonsplatz als besseren, weil heimeligeren Flecken zur Galerie erkoren. «Es kommt uns natürlich entgegen, dass sich die Spittelschüür als Lokal der Sälizunft in unmittelbarer Nähe befindet», räumt Loosli ein. Denn am Apéro, der jeweils im Foyer des Stadthauses ausgegeben wurde, wird festgehalten.

Letztmals vor 12 Jahren

Die Laternenausstellung im Freien ist eine der Neuerungen der Fasnacht 2017. Aber bekanntlich gibts nichts Neues unter der Sonne. Die Leuchtkörper hatten schon einmal ihren – wenn auch kurzen – Freilichtauftritt: Obernaar Cathrin Zysset (Rätschwyber) sei Dank. Im Jahr 2005 initiierte sie den Laternenumzug.

«Wir rechneten eigentlich damit, dass Veranstaltungen rund um die Laternen nun in die Hand der Zünfte übergehen würden», sagt Loosli. Aber dem war nicht so. Das Laternengeschäft blieb am Fuko-Rat hängen, der den stimmungsvollen Anlass nun wieder in Freie bringt. Bei schlechtem Wetter geht die Ausstellung wie üblich im Foyer des Stadthauses über die Bühne.

Rund 14 000 Plaketten bringt das Fuko jeweils unter die Leute. Etwa zwei Drittel davon sind solche aus Bronze, die für neun Franken erhältlich sind und die, zusammen mit den edleren Ausführungen in Silber oder Gold, seit einigen Jahren als Passepartout zum grossen Fasnachtsumzug und zur Gratisfahrt per Bus nach Olten und zurück am Sonntag berechtigen.

Das bleibt auch heuer so, allerdings werden erstmals Plaketten in den Bussen verkauft. Nicht etwa von den Chauffeuren oder anderem Personal des BOGG, nein. Im Auftrag des Fuko werden Plakettenverkäufer auf den Fahrzeugen sein. «Wer in den Vorjahren ohne Plakette den Bus bestieg, hatte zumindest eine Fahrt zu zahlen, ehe er in Olten eine Plakette kaufen und so gratis zurückfahren konnte», erklärt Toni von Arx, BOGG-Direktor auf Anfrage.

Wer aber meint, die Symbiose Bus-Fasnachtsumzug sei lediglich eine Randerscheinung, der irrt: Erfahrungsgemäss nutzen jeweils hunderte von Umzugsbesuchern diese Möglichkeit, wie von Arx bestätigt. «Wir sind an diesem Sonntag ausschliesslich mit Gelenkbussen im Einsatz.»

Jetzt auch im Konzertsaal

Änderungen ergeben sich auch für Schnitzelbankliebhaber: Neu werden am Schmutzigen Donnerstag auch scharfzüngige Verse nicht bloss im Theater-, sondern auch im Konzertsaal gegeben. «Damit gehört auch der schönste Saal der Stadt zu den Auftrittslokalen», quittiert Loosli diese Neuerung.

Die Fasnacht 2017 kann also, gegenüber dem Vorjahr leicht verändert, kommen. Weit ist sie nicht mehr. Sie erlebt ihren Auftakt bereits in zehn Tagen bei der Fez-Übergabe auf dem Ildefonsplatz. Am 14. Januar, 19 Uhr, übergibt Mac Sven alias Sven Nobs das Fasnachtskommando an Obernaar Role dr Nachtwächter, alias Roland Schibler. Klar, Letzterer ist natürlich auch neu.