Fasnacht in der Region
Fasnacht fällt in Ferienzeit — und erfährt deshalb weniger Beachtung als sonst

Dieses Jahr fallen die Sportferien und närrischen Tage zusammen. Das führt zu weniger gut frequentierten Anlässen – und zu ausfallenden Veranstaltungen.

Urs Huber
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Bruno Kissling

«Nein, aufs Leben in der Clique hat das keinen Einfluss», sagt Franco Brehm, Cliquenchef der Glugger aus Trimbach. Der eine Teil der Frage, ob die Sportferien negative Auswirkungen aufs Fasnachtsleben haben, ist damit beantwortet.

Der andere Teil: Es gebe grundsätzlich weniger Publikum, fügt er hinzu. Wie viel weniger vermag er nicht zu sagen, aber spürbar sei der Rückgang jeweils schon. Oltens Fuko-Präsident Beat Loosli weiss diese Feststellung etwas zu konkretisieren: «Wenn wir Pech haben und der Umzug findet bei Regen statt, haben wir sicher einen um einen Drittel geringeren Publikumsaufmarsch am Umzug.» Zum Glück sind die Wetterprognosen derzeit gut.

Auch auf den Schnitzelbankabend vom Schmutzigen Donnerstag schlägt die Ferienzeit jeweils durch. Der Vorverkauf sei zwar sehr gut angelaufen, so Loosli. Aber es habe in Olten durchaus noch freie Plätze, etwa im Hotel Arte, wo man die Platzzahl im Vergleich zum Vorjahr ausgedehnt habe und im Restaurant Bornblick. «Das ist natürlich auch die Chance für diejenigen, die in den vergangenen Jahren zu keinen Billetts kamen», bilanziert der Fuko-Präsident.

Nachwuchs fehlt zum Teil ...

Direkten Einfluss nehmen die Sportferien auf diverse Nachwuchsabteilungen der Oltner Zünfte. So sind die Guggi-Fäger aus der Guggi-Zunft an der Fasnacht 2018 nicht aktiv dabei, fehlt der sonst übliche Fröschelaich (Fröscheweid) und auch die Säli-Kids der Säli-Zunft verzichten auf offizielle Auftritte. Grund: Ferienabwesenheiten. «Dort schlägt dann halt schnell durch, wenn wichtige Mitglieder in der Nachwuchsabteilung fehlen», sagt Loosli.

... und wäre doch so wichtig

Wie wichtig der Nachwuchs grundsätzlich ist, zeigen Beobachtungen aus den Dörfern in der Region, wo im Vergleich zum Vorjahr heuer gleich reihenweise Fasnachtsveranstaltungen ausbleiben.

In Hauenstein-Ifenthal und Wisen etwa wird niemand mit Lärm aus dem Schlaf gerissen, in Holderbank liegt gleich das ganze Fasnachtsprogramm mit Chesslete und Kinderfasnacht darnieder; selbiges gilt für Winznau. Und auch in Schönenwerd, Starrkirch-Wil und Stüsslingen ist der Kahlschlag ein totaler: Weder Chesslete, Kinderfasnacht noch Kindermaskenball gehen dort über die Bühne. Gunzgen verzichtet auf den Kindermaskenball.

Andernorts trotzt man der Situation. Ferien hin oder her: In Lostorf gibt man sich unverzagt. In aller Regel fällt die Chesslete während der Sportferien mager bis sehr aus, weil die Schülerschaft fehlt. Aber Markus Probst von der organisierenden Zunft zu Wartenfels meint: «Klar werden heuer mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht viele dabei sein, aber die Chesslete hat Tradition – die führen wir einfach durch.» Der Anlass dürfe nicht sterben. «Sonst bleibt im Dorf bald gar nichts mehr übrig», wie Probst meint.

Schulferien in Verbindung mit anderen unglücklichen Umständen halten etwa die wilde Gruppe der Vogelbergler an der Fasnacht zurück in Hägendorf. «Am Umzug werden wir fehlen», sagt Isabel Rötheli. Wenn nicht die ganze Gruppe, an die 20 Köpfe, mitmachen könne, sei es eben nur halb so schön, meint sie. Aber die Schnitzelbänke, die lasse man sich dann doch nicht entgehen.