Am Jahres-Start-Apéro konkretisierte Gewerbe-Olten-Präsident Fabian Aebi, was er bereits angekündigt hatte: Auf die nächste Generalversammlung tritt er als Präsident zurück. Dies jedoch nicht, ohne seine Nachfolge eingefädelt zu haben. Angedacht ist, die Vereinsleitung auf zwei Schultern zu verteilen. Daniela Gaiotto-Zingg, Kommunikationsleiterin der Klinik Palas, und Andreas Jäggi, Geschäftsleiter der Käser AG, haben sich bereit erklärt, die Ruder des Vereinsschiffs zu übernehmen. Offiziell gewählt werden sie an der Generalversammlung von Gewerbe Olten in kommenden Mai.

In seiner Präsidialrede hielt Fabian Aebi Rückblick auf das vergangene Jahr. Frankenstärke und Einkaufstourismus banden den Detailhandel zurück. 11 Milliarden Franken gaben die Schweizer 2015 im Ausland aus. Angesichts von Jobabbau und härterer Gangart in der Wirtschaft ist die Konsumentenstimmung wenig euphorisch. Den Handel übers Internet hat der Schweizer Detailhandel verschlafen. Bereits jeder fünfte Schweizer Konsument bestellt Ware im Online-Shop in Deutschland, bemerkte Aebi.

Gemeinsame Visitenkarte

Gewerbe Olten gibt Gegensteuer, um die Konsumentinnen und Konsumenten neu-, wieder- und zurückzugewinnen. Der Verein fördert das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Detaillisten: «Wir geben gemeinsam eine Visitenkarte unserer Stadt ab», sagte Vereinspräsident Aebi. Mit verschiedenen Aktivitäten bietet sich Olten als attraktive Einkaufsstadt an.

Doch auch hier: «Nicht alle haben Freude an den Events auf der Kirchgasse», stellte Fabian Aebi fest. Ein konkretes Beispiel schilderte Confiseur Mark Brändli, dem während der (inzwischen sogar verlängerten) Oltner Chilbi der Eingang zum Café und Laden blockiert wird. «Wir würden gerne in die Events integriert sein» hielt Brändli fest.

Öffnungsblockzeiten angestrebt

Eine gemeinsame Lösung würde auch bei den Ladenöffnungszeiten eine gute Visitenkarte abgeben. Allerdings rechnet sich ein später Ladenschluss nicht bei allen. Deshalb ist für Aebi wichtig: «Die Konsumenten sollen wissen, es gibt Blockzeiten, wo alle Läden geöffnet sind, unabhängig davon, ob gewisse Grossverteiler am Samstag bis 18 Uhr offen haben.»

Stadtpräsident Martin Wey brachte die Grüsse der Stadtexekutive. Inzwischen ist Olten erneut um 500 Einwohner gewachsen, vorwiegend in Olten Südwest. «Wir möchten die Leute, die dort wohnen, begeistern, in die Innenstadt zu kommen», sagte Wey. Deshalb sollte die Erschliessung über den Hammer nochmals diskutiert werden. Von einer guten Anbindung des Wohngebietes profitiert auch das Gewerbe im Zentrum von Olten, ist der Stadtpräsident überzeugt.