Rickenbach
Fabian Aebi tritt als Gemeindepräsident an

Der Oltner Mobiliar-Chef und EHC-Olten-Verwaltungsrat wird in Rickenbach als Quereinsteiger FDP-Gemeinderat.

Fabian Muster
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Der neue Gemeinderat von Rickenbach (von links): Fabian Aebi (FDP), der auch als Gemeindepräsident antritt, Michel Seibel (CVP), Katrin Kissling, Pius Müller (beide FDP) und Lorenz von Felten (CVP).

Der neue Gemeinderat von Rickenbach (von links): Fabian Aebi (FDP), der auch als Gemeindepräsident antritt, Michel Seibel (CVP), Katrin Kissling, Pius Müller (beide FDP) und Lorenz von Felten (CVP).

Zur Verfügung Gestellt

In Rickenbach kommt es für den Gemeinderat wie schon vor vier Jahren zu stillen Wahlen: Die drei Ortsparteien FDP, CVP und SVP haben sich «nach verschiedenen konstruktiven Gesprächen» zu einem Schulterschluss geeinigt, wie es in einer gemeinsamen Medienmitteilung heisst. Dazu wurde vergangene Woche auch ein Flyer in die Haushaltungen verteilt. Man wolle auch künftig «mit den besten Argumenten um Lösungen ringen», wie es dort heisst. Nur dies bringe Rickenbach wirklich weiter.

Auf der Fünferliste, die von allen erwähnten Parteien einstimmig gutgeheissen wurde, wollen mit Michel Seibel und Lorenz von Felten von der CVP und mit Katrin Kissling und Pius Müller von der FDP insgesamt vier Bisherige auch in der nächsten Legislatur weitermachen. Neu im fünfköpfigen Gemeinderat mittun wird Fabian Aebi von der FDP, der als politischer Quereinsteiger auch gleich das Gemeindepräsidium anstrebt. Die Wahl dafür findet am 13. Juni statt. Falls Aebi der einzige Kandidat bleibt, entfällt der Urnengang und wird auch er in stiller Wahl gewählt.

Aebi ist in der Region kein Unbekannter: Als Inhaber führt er seit 20 Jahren die Mobiliar-Generalagentur in Olten, ist Verwaltungsratsmitglied beim EHC Olten und war früher auch für einige Jahre Präsident des Oltner Gewerbevereins. Mit 55 Jahren wagt er nun den Einstieg in die Gemeindepolitik. Er sei in der Vergangenheit von der FDP immer wieder angegangen worden, habe das Interesse ausgeschlagen, aber nie definitiv abgewinkt, sagt Aebi, der seit 20 Jahren mit seiner Familie in der Gemeinde wohnt. Vergangenen Juni kam die Partei erneut auf ihn zu. Nach einer Bedenkzeit sagte er zu, allerdings unter einer Bedingung: «Wenn ich mich als Gemeinderat zur Verfügung stelle, dann möchte ich gleich das Präsidium übernehmen», sagt Aebi auf Anfrage. Mit dieser Forderung waren seine wie auch die anderen Parteien einverstanden. Damit könnte er nächsten August Dieter Leu von der CVP ablösen, der in den vergangenen vier Legislaturen seit 2005 das Amt innehatte.

Es interessiere ihn, die Gemeinde vorwärts zu bringen und er habe Lust, mit den bisherigen Gemeinderäten zusammen zu arbeiten, sagt Aebi. Der Hobbyimker sieht Themen wie den Klimawandel oder die Finanzen wegen der Coronakrise auch auf die 1000-Einwohner-Gemeinde zukommen. Zudem möchte der Vater von zwei Kindern im Teenager-Alter auch die Jungen dazu motivieren, in der Politik mitzuwirken. Aebi will nun in den nächsten Wochen an den Gemeinderatssitzungen teilnehmen, um einen ersten Einblick in die Gemeindepolitik zu erhalten.

SVP ist für Schulterschluss, ist aber im Rat nicht vertreten

Keinen Vertreter im fünfköpfigen Gemeinderat stellen wird die SVP. Doch auch die Volkspartei steht klar hinter dem Schulterschluss. «Wir sind mit der Politik in Rickenbach zufrieden und uns über die stillen Wahlen einig geworden», sagt Ortspräsident Daniel Schmid auf Anfrage. Ihm gehe es derzeit darum, die erst vergangenen September gegründete SVP-Ortssektion aufzubauen und die Mitgliederzahl zu erhöhen. Dass die Partei im Dorf Potenzial hat, zeigte sich bei den Kantonsratswahlen am Sonntag, wo auch Schmid als Kandidat antrat: Sie holte sich hinter der FDP die zweitmeisten Listenstimmen noch klar vor der CVP.