Die eine: Geschäftsinhaberin eines Inneneinrichtungsbetriebs. Die andere: deren rechte Hand. An sich nichts Aus- sergewöhnliches. Was das Duo darüber hinaus aber noch verbindet: Die beiden sind Schwestern. Eine nicht sehr häufige Konstellation. Aber sie trifft zu auf Ursula von Arx und Anita Schenker, die in den letzten 21 Jahren jenen Betrieb führten, der unter dem Namen Ursula von Arx, Interieur und Design, firmierte.

«Wir haben uns immer gut verstanden», sagt Geschäftsinhaberin Ursula von Arx. So quasi «zwei Schwestern im Dreivierteltakt», ums in Anlehnung an Robert Stolz’ Lied aus der Operette Zwei Herzen im Dreivierteltakt auszudrücken. Sie habe sich seinerzeit auch mit Schwester Anita abgesprochen, als es im Jahr 1996 um die Gründung der eigenen Firma ging.

«Und wissen Sie: Es war ja nicht so, dass wir uns gegenseitig auf den Füssen rumgestanden sind.» Als Geschäftsinhaberin sei sie häufig unterwegs gewesen, auf Messen, bei Kunden. Anita Schenker nickt. Sie habe sich ihr Engagement seinerzeit auch einen Moment überlegen müssen. Angestellte der eigenen Schwester zu sein, mit der man sich gut verstehe, sei trotz allem ein gewisses Risiko. Aber: «Es war eine schöne Zeit», meint Anita Schenker.

Schliessung Ende Juni

Eben: Es war ... Alles hat ein Ende. Selbst wenn beide Frauen vom schönen und edlen, beständigen und zeitlosen Aspekt der Inneneinrichtung beseelt sind: Ende Juni 2017 ist Schluss. Ursula von Arx schliesst ihr Geschäft an der Aarauerstrasse 225 in Olten. «Altershalber», wie sie sagt. Wenn sie über die Schliessung spricht, dann sagt sie immer «wir». Und das klingt durchaus glaubhaft. Der Entscheid, das Geschäft aufzugeben, fiel einvernehmlich. Beide nicken. Eine Symbiose findet ihr Ende, wenigstens dasjenige auf geschäftlicher Ebene.

Im April hat Ursula von Arx ihre Kundschaft schriftlich über die Schliessung orientiert. Mit grosser Wirkung. «Die Reaktionen haben uns wirklich gefreut», meint sie. Es sei gar zu Neubestellungen gekommen. «Wir wurden fast überrumpelt», räumt die Geschäftsinhaberin ein. Die gelte es nun noch abzuwickeln. Im Endspurt, aber im gewohnt seriösen und kundenorientierten Stil.

«Wir hatten eine treue und gute Kundschaft», bilanziert sie die letzten zwei Jahrzehnte; Verhältnis ohne Schreckensmomente, Missverständnisse, nennenswerte Pannen. Die beiden Frauen haben sich in Stilfragen nämlich stets eingebracht. «Das gehört doch zu unserer Aufgabe, der Kundschaft mit beratenden Ergänzungen zur Seite zu stehen. Aber es ist klar: Am Schluss trifft der Kunde die Wahl.»

Keine Geschäftsübergabe

Das wäre doch ein Argument, um das Geschäft weitergeben zu können? «Ich glaube nicht», meint Ursula von Arx. Inneneinrichtungsgeschäfte würden auch den Zeitgeist zu spüren bekommen. «Junge Leute bestellen heute im Internet, alles ist kurz- und schnelllebiger geworden.» Und Schwester Anita meint: «Wir verkaufen zeitlose Möbel, die dementsprechend ihren Wert behalten. Dieses Kundensegment ist nicht beliebig ausbaubar.»

Bereits in den Neunzigerjahren, als Ursula von Arx ihr Geschäft eröffnete, herrschte keineswegs Goldgräberstimmung in der Branche. Und heute: «Kleine Betriebe wie der unsere werdens zusehends schwerer haben», ist sie überzeugt.

Einen langen Atem

Trotzdem: Auch die Anfänge vor 21 Jahren waren gut. Ursula von Arx kam aus der Branche, kannte die Verhältnisse. «Man braucht aber immer wieder mal einen langen Atem», meint sie. Gepaart mit hoher Dienstleistungsbereitschaft? Sie nickt. Dass ihr Geschäft an der Aarauerstrasse peripher liegt, haben beide Frauen nie wirklich als Nachteil empfunden. «Ich glaube gar, dass die Verkehrsampel in unmittelbarer Nähe ein gewisser Vorteil war», schmunzelt Anita Schenker. Es sei doch hin und wieder vorgekommen, dass Leute im Geschäft vorbeigeschaut hätten mit dem Hinweis darauf, das Interieurgeschäft sei ihnen bei der Durchfahrt aufgefallen. «Wir haben immer auf eine überregionale Kundschaft zählen können, da spielt die Lage des Geschäfts eine eher untergeordnete Rolle», meint Ursula von Arx noch.

Und nun, was kommt nun? Ursula von Arx lehnt sich zurück, Schwester Anita lächelt. «Also, wissen Sie, wir lassen die Zukunft jetzt auf uns zukommen, wir sind da ganz frei», sagt die Geschäftsinhaberin. Konkretere Pläne gibts jedenfalls bislang keine.