Oltner Wetter
Es war ein Altweibersommer erster Klasse

Der September 2016 ist in Olten der drittwärmste nach jenem von 2006 und 1961.

Karl Frey
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Frühherbststimmung über dem Jura. Archiv/bko

Frühherbststimmung über dem Jura. Archiv/bko

Bruno Kissling

Das hochsommerliche Wetter setzte sich in ausgeprägtem Mass bis zur Mitte des ersten Herbstmonates durch, und bewirkte einen Altweibersommer erster Klasse.

Die Mitteltemperatur vom September betrug 17,3 Grad (Gheid: 16,4 Grad). Dies entspricht einer Abweichung von +3,4 Grad gegenüber dem Mittel der Zeitperiode 1901 bis 2010 und einer solchen von +2,5 Grad im Vergleich zu jener von 1981 bis 2010. Dies ergibt wärmemässig dem 3. Platz nach den Mittelwerten von 17,6 Grad im Jahr 2006 und 17,4 Grad im Jahr 1961. Der bisher kälteste September aus dem Jahr 1912 verzeichnete einen Mittelwert von 9,5 Grad. Im Gheid lagen die täglichen Mitteltemperaturen im Bereich von 12,0 Grad am 22. und 20,5 Grad am 14. September.

Die monatlichen Extremtemperaturen unterschieden sich um 23,4 Grad und wurden am 22. September (6,4 Grad) und am 8. September (29,8 Grad) gemessen.

Viele Sommertage

Der September wies 11 Sommertage (+7) auf, alle in der ersten Monatshälfte und hatte an neun Tagen ein Maximum von über 28 Grad. An nur 5 Regentagen (–7) fiel eine Niederschlagsmenge von 54 mm, was 56 Prozent des Normalwerts entspricht.

«Indian Summer» in Mitteleuropa

Altweibersommer nennt der Volksmund die Schönwetterperiode, die mit grosser Häufigkeit besonders in östlichen Mitteleuropa Ende September auftritt.
Ursache ist ein Festlandhoch über Osteuropa, welches trocken-kontinentale Luft nach Mitteleuropa strömen lässt.
Der Altweibersommer wird charakterisiert durch plötzliche starke Laubveränderungen und das Auftreten von Spinnfäden, an denen sich meist junge Spinnen vom Wind forttragen lassen.
Eine gleichartige Wetterperiode im östlichen Nordamerika, die oft nur wenige Tage dauert, wird als Indianersommer oder Indian Summer bezeichnet. (otr)

Die bisherigen Extremwerte für den September betragen 1 mm im Jahr 1865 und 268 mm im Jahr 1940. Die Sonne schien 209 Stunden, 7 Stunden pro Tag im Mittel. Der Luftdruck hatte einen Mittelwert von 970,1 hPa mit dem Minimum von 960,1 hPa am 15. und dem Maximum von 978,7 hPa am 28. September.

Wärmerekord in Sicht

Die Mitteltemperatur der ersten neun Monate liegt in Olten in der Grössenordnung der drei bisher wärmsten Jahre. Weltweit bleibt zu hoffen, dass die Ziele der Klimaabkommen in den verschiedene Ländern auch realisiert werden, um erträgliche Lebenbedingungen auf unserem Planeten zu erhalten.

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