Olten
«Es steht ein Stein»: Neuer Lyrikband von in Olten aufgewachsenem Autor erscheint

Der in Olten aufgewachsene Robert Lerch, der heute in Kappel lebt, hat seinen dritten Lyrikband veröffentlicht. Mit Schalk schreibt er über die Themen Tod, Liebe, aber auch über die Lebenslust.

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«Die Lyrik Robert Lerchs kommt nicht gelehrt daher. Sie ist nicht zu den Autoritäten der Dichtung in die Schule gegangen; sie ist im eigenen Garten gewachsen. In ihrer unsentimentalen, vernünftigen Art erbauen mich seine Aphorismen und Gedichte», schreibt der Pfarrer und Schriftsteller Ulrich Knellwolf in seinem Vorwort zu Lerchs Buch, das im Knapp Verlag erscheint. Der Oltner Künstler Jörg Binz hat den Lyrikband illustriert. Den Stein auf dem Umschlag gibt es übrigens wirklich: Er steht in Lerchs Garten in Kappel.

Robert Lerch lernte früh, dass zum Menschsein Geburt und Tod gehören. Beides sind für ihn Übergänge in eine andere Daseinsform. Die Geburt liegt hinter uns. Den Tod vor uns verdrängen wir immer wieder. Die Gedichte berichten von der Essenz des Lebens und der Gewissheit, dass dieses unzerstörbar ist.

Durch sie will der Autor Mut machen, das Leben aktiv zu gestalten und im Moment zu leben. In seinen Aphorismen ist auch sein Schalk zu spüren. Man liest sie gern – manchmal auch mit einem Schmunzeln – immer wieder. Ein Müsterchen: «Mit der Gunst bei den Frauen ist es wie bei den Hirschen. Du kannst noch so röhren, wählen tun sie.»

Die Herkunft nie vergessen

Das schmale Bändchen weckt auch haptische Gefühle. Man nimmt es immer wieder gern in die Hand, um sich von Lerchs starken Worten sanft berühren zu lassen. Und immer wieder spüren die Leser, wie geerdet der Autor sein Denken vermittelt. Wie Ulrich Knellwolf in seinem Vorwort schreibt, kommt Lerchs Lyrik nicht gelehrt daher. Sie hat ihren Ursprung in seiner frühesten Heimat.

Robert Lerch wurde 1938 in Olten auf dem Ruttigerhof geboren. In diesem bäuerlichen Umfeld entfaltete sich seine tiefe Verbundenheit mit der Natur. Nach dem frühen Tod des Vaters besuchte er als Jungbauer die Landwirtschaftsschule.

Auf dem zweiten Bildungsweg liess er sich später zum diplomierten Sozialarbeiter ausbilden. Dazu gehörte auch ein Praktikum in einer psychiatrischen Klinik. Über 37 Jahre wirkte er im Aussendienst und als Leiter einer Hauptagentur sehr erfolgreich als Versicherungs- und Anlageberater.

Vernissage im Kunstmuseum

«Es steht ein Stein» ist sein drittes Buch. Bereits früher erschienen sind «Der Himmel ist der Garten nebenan» (2010) und «Wer nicht vom Fliegen träumt, dem wachsen keine Flügel» (2012).

Robert Lerch stellt am Donnerstag, 9. November, um 19 Uhr sein neuestes Werk im Kunstmuseum Olten vor. Einführende Worte spricht Ulrich Knellwolf. Im Anschluss an die Vernissage wird ein Apéro serviert. Der Eintritt ist frei. Es gibt einen Büchertisch. Das Buch ist auch im Buchhandel erhältlich. (mgt)

Robert Lerch: Es steht ein Stein, Knapp Verlag Olten 2017, 80 Seiten.