Den Begriff Comeback möchte er lieber vermieden wissen und verweist auf die von ihm selbst aufgestellte Sprachregelung, sich nach dem Abgang als Regierungsrat vor anderthalb Jahren im Modus einer Wettkampfpause befunden zu haben. Diese Phase ist nun vorbei, Peter Gomm hat sich am Mittwochabend von der Oltner Stadtpartei als Nationalratskandidat portieren lassen. Dass er am Nominationsparteitag der SP-Kantonalpartei am 27. März in seiner Heimatstadt bestätigt wird, steht ausser Frage.

Über eine baldige Rückkehr Gomms auf die politische Bühne war schon lange spekuliert worden. Er wäre mit Sicherheit der aussichtsreichste Kandidat der SP für die Verteidigung des Ständeratssitzes gewesen, falls sich Roberto Zanetti entschlossen hätte, seine politische Karriere mit 65 zu beenden. Peter Gomm bestätigt erstmals, dass diesbezüglich nicht bloss unverbindliche Gespräche stattgefunden hatten, sondern dass er für eine Kandidatur bereit gestanden wäre. Man kann auch sagen: Dass er bei einer Vakanz in den Ständeratswahlkampf gestiegen wäre, war längst beschlossene Sache zwischen ihm und der Parteiführung. Die Kandidatur auf einer Nationalratsliste kommt nun aber doch eher etwas überraschend.

Zurück in den Wettkampfmodus

Dass Zanetti alle zappeln liess und sich für seinen Entscheid bis zu seinem 64. Geburtstag im vergangenen Dezember Zeit liess, brachte nicht nur die Freisinnigen in Verlegenheit, die in Unkenntnis der Ausgangslage keinen eigenen Kandidaten aufbauen konnten. Auch Peter Gomm musste seine Lage neu überdenken. Dass gestandene (alt) Regierungsräte mit Exekutiverfahrung ihre politische Zukunft als einer von 200 Nationalräten mit doch eher beschränktem Gestaltungsspielraum sehen, ist eher selten.

Anderseits: Um zurück in den Wettkampfmodus zu wechseln statt definitiv in den politischen Ruhestand, ist es jetzt für den doch auch schon 60-jährigen Gomm wahrscheinlich die letzte Gelegenheit. «Die Rolle des Nationalrats wird unterschätzt, es gibt keine Bundesparlamentarier erster und zweiter Klasse», sagt Gomm zu seinem Entscheid. Aufgrund seiner Erfahrung und seiner Sachkenntnis insbesondere in der Gesundheits- und Sozialpolitik glaube er schon, auf der nationalen Ebene etwas bewegen zu können.

Kein Zweifel: Peter Gomm gibt als langjähriger und bis vor Kurzem noch amtierender Regierungsrat mit seinem Bekanntheitsgrad nicht nur ein gutes Zugpferd für den Wahlkampf der Solothurner SP ab. Als ehemaliger Präsident der Sozialdirektorenkonferenz ist er in Bundesbern auch bereits bestens vernetzt, mit den nationalen Themen und Mechanismen der Bundespolitik vertraut und hätte damit sicher das Zeug, in Bern schnell zu den Schwergewichten in der SP-Fraktion zu zählen.