Hägendorf

«Es ist eine Frechheit»: Shisha-Bar-Inhaber ist mit Entscheid des Kantons zur Schliessung nicht zufrieden

Betreiber Mabast Izzet in seiner Shisha-Lounge im Hägi-Park, die er vor rund einem Jahr eröffnet hat.

Betreiber Mabast Izzet in seiner Shisha-Lounge im Hägi-Park, die er vor rund einem Jahr eröffnet hat.

In Hägendorf betreibt Mabast Izzet eine Shisha-Lounge mit rund 400 Plätzen – sie ist seit vergangener Woche wegen Corona zu.

Mabast Izzet ist verärgert. «Es ist eine Frechheit.» Der Betreiber der Noon Shisha Lounge in Hägendorf hat seit vergangenen Samstag geschlossen. Der Geschäftsführer des Lokals mit insgesamt 400 Sitzplätzen ist ratlos. Vor einer Woche hat der Solothurner Regierungsrat entschieden, dass neben Erotik- und Clubbetrieben auch Shishabars zumachen müssen.

Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner sagte im Videointerview mit dieser Zeitung, dass sie vor allem Probleme sieht mit dem Mundstück, mit der man an der Shisha rauche und eigentlich immer ausgewechselt werden müsste: «Mir scheint Shisha-Rauchen nicht zielführend in einer solchen Pandemie.» Zudem bemängelt sie, dass es beim Herumsitzen um die Wasserpfeife nicht möglich sei, die Abstände einzuhalten. Dazu käme, dass sich wie in einem Club viele Leute ansammeln würden. Daher sei eine Shishabar wie ein Club ein möglicher Ansteckungsherd.

Kundschaft weicht in andere Kantone aus

Izzet kann die Argumentation nicht nachvollziehen. «Seit der Pandemie erhält jeder seine eigene Wasserpfeife mit einem eigenen Mundstück.» Nach dem Gebrauch werden die Gerätschaften desinfiziert.

Um seine Situation zu schildern, hat Izzet dem Kanton eine E-Mail geschrieben. Er könne nicht verstehen, wieso er zu machen und zuschauen müsse, wie sein Laden untergehe. «Ich bin enttäuscht und sauer und fühle mich vom Kanton alleingelassen.» In den Nachbarkantonen dürften die Shishabars geöffnet bleiben. «Meine Kundschaft geht jetzt da rauchen. Die Pandemie ist somit nicht bekämpft.»

Wegen Lage an Autobahn auch Gäste von weiter her

Izzet weiss derzeit nicht, wie es weitergehen soll. Vergangenen Freitag hatte er noch offen, natürlich wurden keine Shishas mehr verkauft. Er machte kaum Umsatz. «Das bringt es für mich nicht», sagt er und schloss seine Lounge bis auf Weiteres. Wenn jemand etwas trinken gehen wolle, dann gehe man in eine normale Bar. Zwar seien seine Angestellten in Kurzarbeit, aber er könne diese vorerst nicht für sich beanspruchen. Die Fixkosten sind trotzdem da: Die Miete fürs Lokal muss er jeweils drei Monate im Voraus bezahlen.

Vor einem Jahr hat er seine Lounge im Hägi-Park eingangs Hägendorf eröffnet. Jedes Wochenende herrscht Remmidemmi. Wer reinkommen will, muss zum Teil anstehen oder sollte reservieren. Viele seiner Kunden sind zufrieden, wie die Rezensionen auf Google zeigen: «Die beste Shisha», heisst es da mehrmals. Gemäss Izzet hat er wegen der zentralen Lage beim Autobahnkreuz Härkingen auch Gäste von weiter weg.

Im Lockdown musste er bereits für mehrere Wochen zumachen. Damals hatte er aber Verständnis dafür. Alle hätten Angst gehabt und wussten nicht, wie es weiter ginge. Als er dann wieder eröffnen konnte, habe er sein Geschäft stabilisieren können. Zuerst waren noch 100 Personen auf einmal erlaubt, dann 50 und jetzt musste er schliessen. «Mit 50 Personen auf einmal wären wir noch einigermassen durchgekommen», sagt er.

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