Hilari
«Es isch nach vele Johre weder höchschty Zyt, e Frou als Obernaar: das isch dr Hit!»

In der Region Olten waren am Hilari-Wochenende die Obernarren los: Unter ihnen auch Rahel Nobs, die dieses Jahr den Oltner Obernarr stellt.

Urs Huber und Markus Müller
Merken
Drucken
Teilen
Hilari 2018 in Olten
23 Bilder
 Obernarren Markus Stirnimann in Fulenbach
 Obernarr Markus von Wyl in Wangen bei Olten
 Der 41. Root Michael Stalder in Hägendorf

Hilari 2018 in Olten

Patrick Lüthy

Sie hatten ihre hübschen Handlaternen dabei, die Frauen der Rätschwyber Zunft. Sie stellt heuer mit Rahel Nobs den Oltner Obernaar. Erst die zweite feminine Ausgabe nach Cathrin Zysset im Jahr 2005. Handlaternen, ein Attribut, wie es lediglich Frauenzünfte an einer Fezübergabe zu zelebrieren verstehen und welches der samstäglichen Amtsübergabe gut anstand.

Zwar war vom vielversprechenden Motto der Rätschwyber, Spettacolo Confetti, noch nicht viel zu spüren, aber immerhin erhielt Role dr Nachtwächter als Vorgänger von Obernaar Rahel einen Ballon in der Gestalt eines Einhorns geschenkt; so quasi als Abfindung, weil ebendieser Role alias Roland Schibler sich nun vom hohen Amt des Obernaaren verabschieden muss.

Die Kulisse: der Ildefonsplatz. Gut gefüllt und natürlich ebenso gelaunt; eigentlich wie immer. Und er erlebte eine Fezübergabe der heiteren, unaufgeregten und erfrischenden Art. Das mag daran liegen, dass Obernaar Rahel schon mal andeutete, was denn ihre fasnächtlichen Vorzüge zu sein belieben. Der Zweizeiler aus ihrer kurzamüsanten Proklamation, «für ne Fasnacht mit Liib und Seel, öiche Obernaar Rahel», offenbarte gleich zweierlei: eine Fasnacht mit Feuer und Flamme und Reimtreue.

Und wenn das Zunftversprechen, Konfetti gleich tonnenweise unter das Volk zu bringen, nur halbwegs eingehalten wird, dann ist das Motto der Rätschwyber auch schon erfüllt. Wie sagte Fuko-Präsident Beat Loosli doch zu den Seinen im Vorspann: «Es isch nach vele Johre weder höchschty Zyt, e Frou als Obernaar: das isch dr Hit!»

Auch in der Region

Hilari auch in Fulenbach: Der Gemeindesaal war einmal mehr bis zum letzten Platz mit Fasnachtsanhängern voll besetzt. Das Motto «So nes Theater» war dieses Jahr Programm. Denn die Stimmung wurde traditionsgemäss durch den Zunftrat, der Sketches und etwa Schlager im Playback vortrug, aufs Beste angeheizt. Jubel, Trubel, Heiterkeit eben. Die Zagge Guggi sorgte für den Fasnachtssound, sodass kurz nach Mitternacht der neue Obernarr geboren war: Markus Stirnimann, ehemaliger Zunftrat, schwingt fortan das Zepter.

In Hägendorf fanden sich zum Hilari auf dem Dorfplatz gegen 150 Fasnachtsanhänger ein, um der Amtseinsetzung vom Root XLI. (41. Root) mit Michael (Migge) Stalder beizuwohnen. Mit Fasnachtsrhythmen umrahmten die Guggen Luaare, Luterbach und die Hägageri aus Hägendorf den Hilari. Mit einer Filmshow wurde die Findungsaktion des Roots fürs Fasnachtsjahr 2018 aufgezeigt. Treffend der Spruch des Roots XLI. «Fertig mit läse, Amme, gib mer de Bäse». Der Ausklang des Hilari fand anschliessend in der Shöttli-Bar & Beiz statt.

In Wangen bei Olten übernimmt «King Keegan» alias Markus von Wyl das närrische Ruder 2018. Eine grossmächtige Proklamationsshow der Gheidvagante in der Turn- und Festhalle Alp förderte ihren heurigen diesjähriger Chef, «King Keegan», mit ohrenbetäubendem Beschwören und instrumentaler Unterstützung aus dem feurigen Vulkan zu Tage. Das Motto der diesjährigen Fasnacht lautet denn auch «Südseezauber».