KMU-Frauen Solothurn
«Es halt einfach tun» heisst die Maxime der KMU-Frauen

15-jährig geworden, luden Solothurns KMU-Frauen zum Podium – für und mit Frauen. Mehr Mut und Biss wünschten sich die anwesenden Podiumsteilnehmerinnen für die Frauen.

Urs Huber
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Von links Regierungsrätin Esther Gassler, Marianne Meister (Präsidentin kantonaler Gewerbeverband), Doris Aebi (Beratungsunternehmerin), Ute Dirks (Direktorin Mövenpick), Anita Panzer (Gesprächsleitung) und Jolanda Plüss (CEO Eiholzer Gebäudemanagement).

Von links Regierungsrätin Esther Gassler, Marianne Meister (Präsidentin kantonaler Gewerbeverband), Doris Aebi (Beratungsunternehmerin), Ute Dirks (Direktorin Mövenpick), Anita Panzer (Gesprächsleitung) und Jolanda Plüss (CEO Eiholzer Gebäudemanagement).

Urs Huber

Wie dichtete Schiller seinerzeit doch: «Ehret die Frauen! Sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben.» Und was machte irgendein Querkopf viele Jahre später daraus? «Ehret die Frauen! Sie backen und trölen himmlische Kuchen für irdische Lölen.» Nun gut. Ganz aus den Köpfen ist Letzteres noch immer nicht und spielt immer mal wieder eine Rolle, wenn sich Frauen unter Frauen über Karriere und Co. unterhalten. Das war auch beim Podium von Solothurns KMU-Frauen an der Berufsinformationsmesse nicht anders. Und wohl nicht zuletzt deshalb forderte Anita Panzer als Gesprächsleiterin das fünfköpfige Podium mit der provokativen Bemerkung, Frauen sollten nicht immer jammern und Quoten fordern, sondern «es einfach machen»!

Aber sicher

Was heisst da herausfordern: Alle waren sie mit der ultimativen Provokation durchaus einverstanden. «Die Rolle, etwas erreichen zu wollen, die hat man einfach», so Esther Gassler. Und darüber hinaus meinte Marianne Meister, gewisse Freiheiten habe sie sich «erellböglet». Klar sind kinderliebende Grossmütter, die im Ernstfall zum Nachwuchs der Ambitionierten schauen, hilfreich. Klar dürfen die Beziehungen der Ambitionierten nicht zu vereinnahmend sein, «sonst klappt das mit der Karriere nicht» wie Ute Dirks bekannte. Und Jolanda Plüss legte vor allem Wert darauf, den eigenen Willen mit Taten zu untermauern. «Es einfach tun» so ihre Maxime. «Es einfach tun» erfordert aber auch die Fähigkeit, nach einem Sturz wieder aufzustehen, Widerständen zu trotzen, nicht immer nur lieb zu sein und es den Männern beweisen zu wollen. «Gerade dies fällt Frauen meist schwer», hielt Doris Aebi fest. Ebenso wie die Eigenschaft, sich Kritiken zu stellen und den «Feinden» – oder sind etwa auch Feindinnen darunter? – ins Gesicht zu sehen. «Wer sich an den eigenen Interessen orientiert und diese konsequent verfolgt, der wird auch einsam», sagte Esther Gassler. Und diese Einsamkeit müsse in einem privaten Rahmen, in der Familie, unter Freunden, kompensiert werden. «Man kann nicht vorsichtig genug sein bei der Wahl des Mannes» warf Esther Gassler ins Plenum. Und erntete dafür Heiterkeit.

Jeder das Ihre

Von Radikalität war das Podium im Übrigen doch weit weg. Selbst von der Haltung, «es» für die Frauen grundsätzlich zu wissen, nahm Frau an diesem Abend Abstand. Von feministischer Aufregung keine Spur. Im Gegenteil: «Jede Frau muss für sich entscheiden, in welcher Rolle sie sich am besten fühlt und worin sie ihre Aufgabe sieht», so Doris Aebi, die den Frauen eigentlich auch abriet, ausschliesslich Networking unter ihresgleichen zu betreiben. Zu isoliert diese Strategie, fand sie. Und auch die häufig ausschliesslich mit Männern bestückten Service-Clubs empfahl sie nicht zwingend als die richtige Plattform. Sie fand darin aus dem Publikum gar noch satte Unterstützung. Über Mittag mit jenen Männern am Tisch zu sitzen, die Frauen in aller Regel bloss als nette Staffage betrachteten, das sei ihr zuwider. «Es gibt Wichtigeres zu tun», meinte eine Dame im Hut. Esther Vilar, Autorin des Buches «Der dressierte Mann» von 1971, hätte gestaunt.

Auf denn!

Es war wie immer nach so Mutmacherpodien: Mann und Frau sind danach irgendwie dynamisiert und mit der eigenen Situation gar nicht so unglücklich. Denn das hatte Ute Dirks auch noch gesagt: «Ich bin nicht immer nur zufrieden in meiner Rolle; aber wenn ich morgens in den Spiegel sehe und mir als Alternative nichts anderes in den Sinn kommt, dann bleib ich bei meiner alten Aufgabe.» Jä so, das Leben ist immer irgendwie anders.

Aber eine feste Wegmarke solcher Anlässe ist der jeweils folgende Apéro riche. Das ist auch unter Frauen nicht anders. Vielleicht sind die Häppchen denn auch wirklich von Männerhand adrett zubereitet. Aber sicher ist das natürlich nicht.

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